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Vereine beschreiten eigenen "Siegerländer Weg"

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In den letzten Wochen konnte man verschiedene Artikel über Aufstiegsambitionen, Siegerländer Wege und Jugendförderzentren lesen. Wir, die verantwortlichen Jugendvorstände der Vereine TSV Siegen, SV Gosenbach und SpVg Niederndorf möchten dazu wie folgt Stellung beziehen.

Aktuell nehmen im Kreis Siegen- Wittgenstein insgesamt 66 Vereine an Meisterschaftsrunden im Jugendfußball teil. Viele Vereine beschreiten dabei ihren eigenen, individuellen „ Siegerländer Weg“.

Dieser Weg ist gekennzeichnet durch wenige finanzielle Mittel, ehrenamtliches Engagement, die Identifikation mit dem ortsansässigen Sportverein und die umfangreiche, intensive Trainingsarbeit von Berufstätigen, Studenten und Schülern. Selbstverständlich werden dabei auch Kinder und Jugendliche integriert, die weniger talentiert sind.

Im Vordergrund steht, den Kindern den Spaß am Fußball zu bieten, sie zu fördern, zu fordern und dabei nicht die sportliche Leistung aus den Augen zu verlieren.

Nebenbei wird auch noch die soziale Kompetenz jedes Spielers, wie beispielsweise Zuverlässigkeit,  der Umgang mit Niederlagen, die Akzeptanz von Entscheidungen seitens der Trainer oder des Schiedsrichters, den Kindern vermittelt.

Es ist schon schwer genug, aus den unteren Klassen aufzusteigen, in denen sich sämtliche Jugendmannschaften befinden, z.B. die gut bestückten aus Freudenberg oder Kaan-Marienborn.

Gerade diese beiden Vereine bewerben in den letzten Wochen intensiv ihre und andere Jugenden mit dem Ziel, talentierte Spieler an sich zu binden. Das ist durchaus legitim, keine Frage! Aber fair?

Natürlich möchten auch wir unseren Kindern im Verein, die mit einem gewissen sportlichen Ehrgeiz und Talent ausgestattet sind, Aufstiegsmöglichkeiten in einer vorhandenen Plattform bieten.

Hier appellieren wir an die Fußball-Verantwortlichen des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Vorrangig sind aktuell die Sportfreunde Siegen zu sehen, die als Verein mit den höchstklassig spielenden Jugendmannschaften ein Interesse daran haben sollten. Sollten die Sportfreunde nicht zum Ziel haben, mit allen Vereinen aus dem Kreis einen Konsens zu finden, die Kräfte im Jugendbereich zu bündeln und die talentiertesten Spieler auszubilden?

Ist es ein faires Miteinander, wenn seit kurzem zusätzlich noch eine private Fußballschule, die von einem Bundesligisten unterstützt wird, die hoffnungsvollen Spieler eines Jahrganges um sich schart?

Wir finden es nicht korrekt, dass im Vorfeld einer Saison bzw. vor Gründung eines Jugendleistungszentrums nicht das Gespräch mit uns Jugendvorständen gesucht wird.

Wird nicht letztlich jeder Verein profitieren können, wenn zwischen dem abgebenden Verein und z.B. den Sportfreunden Siegen Vereinbarungen der Art getroffen werden, dass Spieler, die es nicht in die 1. Mannschaft einer Jugend schaffen, wieder in ihren Heimatverein zurückkehren können, um dort wieder integriert zu werden.

Ein Wunschgedanke bleibt hoffentlich nicht, dass zukünftig ein konstruktiver und regelmäßiger Informationsaustausch zwischen den Verantwortlichen der einzelnen Vereine dafür sorgt, dass die Besten zueinander finden und die Vereine wieder in Ruhe ihre Arbeit machen können, ohne Angst haben zu müssen, dass am Ende jeder Saison oder schlimmer noch, während der Saison, Spieler abgeworben werden. Das wäre ein sportlich korrekter und gemeinsamer „Siegerländer Weg“.


TSV Siegen e.V., Torsten Wolters, Jugendleiter -Fußball-, Scheidweg 28, 57072 Siegen
Spielvereinigung Niederndorf 09, Pia Lück-Klaas, Jugendleiterin, Sonnenfeldstr. 27, 57258 Freudenberg-Niederndorf
SV Gosenbach e.V., Ralph Rottler, Jugendleiter -Fußball-, Am Stein 18, 57080 Siegen