Die neue Lockerheit, mit welcher der Zollbeamte nach der verpassten Olympia-Teilnahme in die Rennen geht, beflügelt ihn sichtlich. „Leider sieht es, wenn es um was geht, meistens anders aus. Aber momentan kann ich nicht klagen und freue mich über die Erfolge. Ich nehme mit, was kommt, und laufe mit viel Freude“, so der 25-Jährige, der am Samstag noch von Magenkrämpfen geplagt wurde. Diese kosteten ihn mindestens das Podest, denn nach einer fehlerfreien Leistung am Schießstand fehlte im dazu nur eine Sekunde.
Bei einer Zeit von 28:11,1 Minuten belegte Knie 22,4 Sekunden hinter seinem siegreichen Teamkollegen Daniel Böhm den Vierten Platz. Knie berichtete: „Im Ziel musste ich mich dann übergeben, das Podest wäre da sicher drin gewesen. Ob es auch zum Sieg gereicht hätte, das will ich nicht behaupten. Wir sind hier auf 1700 Metern. Diese Höhe macht mir und meiner Laufleistung sehr zu schaffen.“
Am Sonntag war Knie jedoch beschwerdefrei und im Verfolger nicht zu bremsen. Beim ersten Stehendschießen erlaubte er sich zwar noch einen Fehler und fiel etwas zurück, aber dann ging es langsam aber stetig nach vorn. Nach dem zweiten Schießen lief der Skijäger des VfL Bad Berleburg in der Spitzengruppe mit und kam gemeinsam mit Julian Eberhard (Österreich) und Daniel Böhm (SC Buntenbock) zum letzten Stehendschießen. Dort ordnete er sich zwar als letzter an Schießstand drei ein, konnte aber dennoch den ersten Schuss setzen und seine Konkurrenten mit einem fehlerfreien Ergebnis unter Druck setzen. Diese patzten, und damit war der Weg frei für Knies zweiten Sieg in diesem Winter, den er vor Eberhard und Böhm errang.
Auch über die kleine Prämie freute er sich: „Es ist schon ein Anreiz, wenn auch im Vergleich zum Weltcup sehr niedrig. Dort gibt es durch die Sponsoren, die das Fernsehen mit sich bringt, für einen 30. Platz mehr als bei uns für den Sieg.“ Am Abend feierte Knie seinen Erfolg mit der deutschen Mannschaft, doch nicht allzu ausgiebig. Denn heute zieht die „Zweite Liga“ des Biathlons bereits weiter nach Italien, wo am Freitag und Samstag zwei weitere Wettbewerbe anstehen.
Und so ganz nebenbei bereitet er sich auf Prüfungen an der Uni Ansbach vor, wo er den Bachelor in „International Management“ belegt. Folglich studiert Knie in dieser Woche neben Skiwachs und Schießbildern auch internes und externes Rechnungswesen.
















