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BAföG-Förderung in Siegen auf Rekordtief

Foto: Rene Traut

Sinkflug des BAföG unbedingt stoppen!

Das Amt für Ausbildungsförderung des Studierendenwerks Siegen meldet ein neues Rekordtief beim BAföG. Gegenüber dem Vorjahr ging die Anzahl der Antragsteller nochmals um 7,84 Prozent zurück. Von 19.100 Studierenden in Siegen beantragten nur 3.540 die staatliche Ausbildungsförderung. Damit wurden in Siegen 2018 nur noch weniger als 18 Prozent der Studierenden gefördert – ein historisch niedriger Stand!

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Studierendenwerk-Geschäftsführer Detlef Rujanski, der auch Vorstandsvorsitzender der Darlehenskasse der Studierendenwerke e. V. (Daka) ist, beklagt seit Jahren einen Sinkflug und – damit einhergehend – einen beträchtlichen Bedeutungsverlust des BAföG.

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Rujanski: „Einem Rekordhoch bei den Studierendenzahlen steht ein historischer Tiefststand beim BAföG gegenüber. Das BAföG wurde in der letzten Legislaturperiode sieben Jahre lang nicht angepasst. Als die Anpassung dann zum Wintersemester 2016 endlich kam, fiel sie bei Bedarfssätzen und Freibeträgen zu niedrig aus und erreichte viele Studierende nicht mehr.“

Zum Vergleich – im Sommer 2012 beantragten in Siegen immerhin noch knapp 28 Prozent der Studierenden BAföG.

Seitdem stiegen die Studienkosten kräftig an, vor allem die Mieten. Das belastet gerade jene, die knapp über den bisherigen Anspruchsgrenzen liegen – immer mehr Studierende mussten sich angesichts nach und nach sinkender Förderbeträge umorientieren.

Mangels BAföG jobben die Studierenden immer mehr – so viel, dass sich die Studienzeiten inzwischen wieder verlängern. Bundesweit jobben zwei von drei Studierenden, in Siegen sogar 79 Prozent.

Die Bundesregierung will die BAföG-Förderung ab dem Wintersemester 2019 (in zwei Stufen bis 2020) von maximal 735 Euro auf insgesamt maximal 861 Euro anheben. Die Elternfreibeträge sollen bis 2021 in drei Schritten um 16 Prozent steigen. Ob dadurch der Bedeutungsverlust gestoppt und eine Trendumkehr erreicht werden kann, bezweifeln viele Bildungsökonomen.

Auch Detlef Rujanski ist skeptisch: „Für eine Trendwende fällt die Anhebung der Bedarfsätze zu gering aus. Auch fehlt weiterhin eine gesetzliche Verstetigung der Förderung. Die Wohnförderung ist für die Ballungsräume nicht auskömmlich. Auch hätten wir uns gewünscht, dass die Förderungshöchstdauer verlängert wird, da viele Studierende nicht in der Regelstudienzeit fertig werden. Und – die Antragstellung müsste deutlich vereinfacht werden!“

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks Siegen hofft darauf, dass sich (auch) die Bundestagsabgeordneten aus der Region fraktionsübergreifend im noch laufenden Gesetzgebungsverfahren für deutlichere Verbesserungen einsetzen.

Rujanski: „Das BAföG war in der Vergangenheit ein Garant für Bildungsaufstieg und Chancengerechtigkeit. In Zeiten von Fachkräftemangel und grundlegenden Veränderungen durch Digitalisierung muss es diese Funktion wieder erfüllen können – und zwar mehr denn je.“

 

Das Studierendenwerk Siegen A. ö. R. mit Sitz am Campus „Hölderlinstraße“ beschäftigt derzeit zirka 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Studierendenwerk kümmert sich um die sozialen Belange der Studierenden an der Universität Siegen in den Bereichen Gastronomie, Wohnen, Studienfinanzierung und Kinderbetreuung. Es betreibt derzeit zwei Mensen, drei Cafeterien, zwei Imbisswagen, acht Wohnanlagen mit insgesamt 943 Wohnheimplätzen, eine Kita und eine flexible Kinderbetreuungseinrichtung (Flexi).

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