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Schauplatz der digitalen Möglichkeiten

Das Organisationsteam der 14. Internationalen Tagung Wirtschaftsinformatik. Foto: Uni Siegen

An der größten deutschsprachigen Konferenz der Wirtschaftsinformatik nahmen in Siegen mehr als 750 WissenschaftlerInnen, PraktikerInnen und Studierende teil.

Als die Siegener Professoren Dr. Thomas Ludwig und Dr. Gunnar Stevens die 14. Internationale Tagung Wirtschaftsinformatik in der Siegerlandhalle eröffneten, vermeldeten sie beeindruckende Zahlen. 765 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 119 wissenschaftliche Publikationen, 12 Prototypen, eine Vielzahl an Workshops, Keynotes, Postern und vieles mehr. Eindeutige Belege dafür, dass es sich um die größte deutschsprachige Konferenz auf diesem Gebiet handelte. An vier Tagen drehte sich in Siegen alles um die Themen Digitalisierung und Informationstechnologien – und die Rolle des Menschen. Verantwortlich für die Organisation war Jun.-Prof. Dr. Thomas Ludwig, der den Lehrstuhl für Cyber-Physische Systeme innehat und gemeinsam mit Prof. Dr. Volkmar Pipek die Tagung vorbereitet hatte.

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„Es ist eine große Ehre für die Universität Siegen, diese Tagung ausrichten zu dürfen und der Gastgeber zu sein. Die Wirtschaftsinformatik sieht nicht nur die Technologie, sondern den Menschen im Fokus der Forschung“, sagte Prof. Dr. Peter Haring Bolívar, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, bei der Begrüßung der Gäste. Auch Landrat Andreas Müller, Siegens stellv. Bürgermeister Jens Kamieth und IHK-Präsident Felix G. Hensel hießen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Siegen willkommen.

Die Tagung bot allen Interessierten die volle Vielfalt der Digitalisierung. Das demonstrierten unter anderem zwölf Prototypen. Das Spektrum reichte von Fitness-Apps über digitales Feedback an der Arbeit bis hin zu Datenschutz. Im Forschungsprojekt EKPLO (Echtzeitnahes kollaboratives Planen und Optimieren) haben Forscher der Universität Siegen gemeinsam mit Industrieunternehmen eine spielerische Möglichkeit entwickelt, um Betriebsdaten zu erfassen. Über ein Tablet-Spiel gelingt es, die Qualität der Daten-Erfassung zu steigern und die Mitarbeiter zu motivieren. Statt einer Zettel-Wirtschaft, auf der beispielsweise Stückzahlen erfasst sind, liegen die Daten dadurch digital vor – und mit einer höheren Genauigkeit. Ein anderer Prototyp nutzt die Möglichkeiten von Virtual Reality, um mit entsprechenden 3D-Brillen Menschen an verschiedenen Orten in einem Meeting zu verbinden. So sind beispielsweise zwei Mitarbeiterinnen in einer Firma mit einem Kollegen im „Home Office“ virtuell verbunden – und können gemeinsam an einem Flipchart arbeiten.

„Durch die Konferenz konnten wir einen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung im Bereich der Wirtschaftsinformatik geben. Auf einer Konferenz dieser Größe entstehen für uns alle Lerneffekte und der Transfer von Wissen. Mich haben vor allem das große Interesse und die Unterstützung der regionalen Unternehmen gefreut. Das Thema Digitalisierung offensiv und gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzugehen, ist der richtige Weg. Hier unterstützen wir gern“, fasst Jun.-Prof. Thomas Ludwig zusammen.

Auch die vier Keynote-Vorträge verdeutlichten die unterschiedlichen Herangehensweise an das Feld der Digitalisierung. Den Blickpunkt auf die Wirtschaft warf Dr. Robert Zores, Geschäftsführer von REWE digital, und berichtete von den digitalen Aktivitäten des Handelsunternehmens. „Einkaufen ist nicht immer sexy. Je mehr digitale Dienstleistungen wir anbieten, desto mehr Lebensfreude können wir unseren Kunden bieten.“ Das bestellen von Warenkörben von zuhause stehe beispielsweise bei jungen Familien hoch im Kurs. Claudia Lensker, Geschäftsbereichsleiterin der Finanz Informatik der Sparkassen-Finanzgruppe, gab Einblicke in die digitale Transformation im Banking. Helga Zander-Hayat, Verbraucherzentrale NRW sprach über die „Auswirkungen der Digitalisierung auf die Lebenswelt der Verbraucherinnen und Verbraucher“. Den Fokus auf die Forschung richtete der aus Deutschland stammende und in den USA forschende sowie lehrende Computerwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Fischer, er referierte über „The Future of Digitalization – Design Trade-offs between Artificial Intelligence and Human-Centered Design“.

Das Team um Jun.-Prof. Ludwig hatte die Konferenz über Monate vorbereitet. Für die Gäste wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, zu dem ein akademisches Dinner, ein Kneipenabend, Stadtführungen und Museumsbesuche gehörten. Ermöglicht wurde die Veranstaltung neben der Unterstützung durch überregionale Unternehmen wie KPMG oder Capgemini vor allem durch regionale Unternehmen und das Zentrum für die Digitalisierung der Wirtschaft Südwestfalen (ZDW). „Wir wollen die Unternehmen vor Ort bei der Digitalisierung unterstützen und die Berührungsängste nehmen. Wir sehen als Netzwerkpartner die Konferenz als großen Gewinn“, sagte Dr. Christian Stoffers, Vorstand des ZDW. So fungierte unter anderem das eher aus der klassischen Industrie stammende Bad Berleburger Unternehmen EJOT als einer der Hauptsponsoren, ebenso wie das Unternehmen „dokuworks“ aus Siegen. „Die Digitalisierung bietet neue Geschäftsmodelle. Deshalb ist ein Impuls von außen wichtig, das ist aus einem klassischen Unternehmen heraus nicht so leicht“, sagte Andreas Fey von EJOT.

 

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