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Siegener Krankenhäuser diskutierten mit Politikern aus der Region über aktuelle und zukünftige Herausforderungen und Perspektiven

Impressionen vom politischen Kamingespräch. Foto: Veranstalter

Im Rahmen zweier ausführlicher Gesprächsrunden haben die Geschäftsführer der Siegener Klinikallianz, Stefanie Wied, Bertram Müller und Hans-Jürgen Winkelmann, rund 25 Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Parteien sowie Bürgermeister, Landrat, Landtags- und Bundestagsmitgliedern einen umfassenden Einblick in die aktuellen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung in Siegen-Wittgenstein gegeben.

Dabei stellten die Geschäftsführer unter der Überschrift „Versorgung neu denken“ zunächst die geplante Allianz zwischen DRK-Kinderklinik, Kreisklinikum und Marien-Gesellschaft ausführlich vor. „Bei der angedachten Bündelung der Kräfte in der regionalen Gesundheitsversorgung steht im Vordergrund, sich den Herausforderungen auf dem Gesundheitsmarkt zu stellen, die Zukunft der einzelnen Häuser dabei im Blick zu haben und die Gesundheitsversorgung in der Stadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein auch weiterhin aktiv gestalten zu können“, so Hans-Jürgen Winkelmann, Hauptgeschäftsführer der Marien-Gesellschaft. Dabei stellte man gegenüber den Teilnehmern klar, dass eine Zusammenarbeit keineswegs neu sei, sondern man bereits seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Bereichen erfolgreich kooperiere. Für den zukünftig noch engeren Zusammenschluss erhoffe man sich eine politische Zustimmung auf allen Ebenen.

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Im zweiten Teil wurde das, auch unter den Aspekten der aktuell bestehenden und neuen Pflegepersonaluntergrenzen, für alle zunehmend schwierig abzubildende Thema Pflege betrachtet. Laut Stefanie Wied, Geschäftsführerin der DRK-Kinderklinik Siegen, „muss deutlich werden, dass in einem solch personalintensiven Unternehmen wie einer Klinik inzwischen sowohl bei den Ärzten als auch bei den vielen verschiedenen Pflegeberufen schon jetzt die Grenzen des Machbaren erreicht sind.“ Die kooperierenden Kliniken zeigten auf, dass beispielsweise das gerade eröffnete Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe mit seinen 425 Auszubildenden nur einen Teil dazu beitragen könne, die Bedarfe an qualifiziertem Personal zukünftig zu decken. Mit den nun umzusetzenden Pflegeuntergrenzen komme man organisatorisch an die Grenzen, die vielen offenen Stellen lassen sich schon heute kaum neu besetzen. Auch hier sei die Politik gefordert, die Häuser bei ihren Bemühungen zu unterstützen und entsprechendes Feedback an die Entscheidungsträger zu geben, die entsprechende Vorgaben entwickeln und darüber entscheiden.

Zu guter Letzt diskutierten alle Beteiligten über den Investitionsstau an den Kliniken. Schließlich müsse jegliche Form der Versorgung auch finanziert werden können. „Dies gelingt uns Siegener Kliniken immer schwieriger aus eigenen Mitteln, zumal auch Finanzmittel des Landes nur unzureichend dazu beitragen, den durchaus hohen Status der Versorgung in der Region halten zu können“, wie der Geschäftsführer des Kreisklinikums Siegen, Bertram Müller, es deutlich in seinem Teil des Vortrags formulierte. Hier wünsche man sich, zumindest dafür sorgen zu können, die Lücken nicht noch größer werden zu lassen. Erstaunt zeigte sich so mancher Zuhörer, dass ein solch innovatives Projekt wie das BiGS beispielsweise komplett ohne Drittmittel umgesetzt wurde.

Alle politisch engagierten Zuhörinnen und Zuhörer fragten bei den beiden Terminen zu vielen der diskutierten Punkte nach, auch wenn Gesundheitspolitik nicht bei allen Teilnehmern zum Hauptaufgabenfeld gehört. Die angeregten, intensiven Gespräche zeigten für alle Seiten klar auf, dass man den gemeinsamen Diskurs auch zukünftig fortsetzen möchte. Mit der Hoffnung, dass sich der eine oder andere politische Vertreter für aktuelle und zukünftige Projekt der Siegener Klinikallianz einsetzen werde, vertagte man sich mit der Aussicht auf weitere Gespräche hin zum Jahreswechsel 2019-2020.

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