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Als Siegen über sich hinauswuchs

Am Anfang stand die Martinikirche auf dem Sporn des Siegbergs. Später wuchs die Ansiedlung, umgab sich mit einer Mauer und wurde 1224 erstmals urkundlich als „Civitas“ (Bürgerschaft) erwähnt. So begann die Geschichte der Stadt Siegen. Eine Führung der Gesellschaft für Stadtmarketing richtet den Blick auf eine besonders rasante, in Teilen dramatische Epoche der Entwicklung. „Als Siegen über sich hinauswuchs“ ist ein Spaziergang durch die Innenstadt, an dessen Stationen die letzten 150 Jahre Prägung und  Veränderung des Stadtbilds deutlich werden.

Erstmals in diesem Jahr angeboten wird die Tour am Sonntag, den 14. April um 14.30 Treffpunkt ist die Martinikirche. Der Spaziergang dauert ca. 2 Stunden. Die Teilnahmegebühr beträgt 8 Euro. Anmeldungen nimmt die GSS e. V. unter der Nummer 0271/404-1316 entgegen.

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Zeitenwende mit dem Bau der Eisenbahn

Der Titel „Als Siegen über sich hinauswuchs“ ist durchaus wörtlich zu verstehen. Bis in das späte 19. Jahrhundert war die Stadt von einer Mauer umgeben. Die heutige Unterstadt war eine Sumpf- und Wiesenfläche. An einem künstlich angelegten Weiher, etwa dort, wo heute die Sandstraße verläuft, wurden Mühlen betrieben.

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Eine Zeitenwende markiert die Eröffnung der Ruhr-Sieg-Strecke im  Jahr 1861. Mit der Eisenbahn kam die Kohle. Der Industriestandort Siegen nahm einen schwunghaften Aufstieg. Die Bevölkerung wuchs rasant von 3.421 Bürgerinnen und Bürgern, erfasst  im Jahr 1816, auf 12.902 im Jahr 1875.  Zwischen  Martinikirche und Bahnhof, der zunächst deutlich vor den Toren der Stadt errichtet worden war, entstand gründerzeitliche Bebauung. Die Stadtmauer, Symbol der mittelalterlichen Abgrenzung, wurde bis in die 1890er Jahre stückweise geschleift.

Vom Bau der Siegbrücke bis zu Siegens neuen Ufern

Die Führung verläuft von der Martinikirche über den Kutschenweg zur Siegbrücke, macht am Apollo-Theater Halt bevor es durch die Bahnhofstraße zum Zentralen Omnibusbahnhof geht. Von dort führt der Weg über die Hindenburgstraße und Fürst-Johann-Moritz Straße zum Herrengarten und Siegufer, wo die jüngste städtebauliche Entwicklung Siegens sichtbar wird.

Angesprochen wird unter anderem der urbane Charakter der Bahnhofstraße, die bis weit ins 20. Jahrhundert von einer Vielzahl von Hotels und Cafés geprägt war. Angesprochen wird ebenfalls das in den 30er Jahren errichtete Apollo-Theater als erste Adresse der Unterhaltungskunst. Erinnert wird vor Ort an den Herrengarten, der vom fürstlichen Park  zum Parkplatz und noch später zum Standort eines Einkaufszentrums wurde.

Die Führung geht nicht immer chronologisch vor und kann die letzten 150 Jahre nur beispielhaft aufzeigen. Vermitteln will sie, dass Siegen  in seiner Geschichte mehrere Zeitenwenden erlebt hat und diese im Stadtbild ablesbar sind als   Architekturstile, die den Anforderungen und dem Geist ihrer jeweiligen Epoche geschuldet sind.

 

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