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„Das ist eine Katastrophe für uns“

Nur Kai Rottschäfer und Marijan Basic (Bildmitte) erreichten am gestrigen Abend Normalform, konnten aber auch nicht das enttäuschende 24:24-Unentschieden gegen die Rhein Vikings vermeiden. Foto: Heiko Burbach

Beim TuS Ferndorf hält die Krise an. Gegen die punktlos angereisten HC Rhein Vikings kam die Mannschaft von Michael Lerscht nach einer katastrophalen ersten Halbzeit am Ende nicht über ein 24:24 (9:13) hinaus.

Dass Spiele gegen einen bereits feststehenden Absteiger sehr unangenehm werden können, musste Ferndorf am Freitagabend erfahren. Früh hätte der TuS nach einem langen Angriff in Führung gehen können, aber Mattis Michel verwarf den ersten Siebenmeter.

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Nachdem Bennet Johnen sich in der Folge über halblinks am Kreis durchtankte und die Gäste in Führung brachte, kam Ferndorf nach über 5 Minuten Anlaufzeit zum Ausgleich durch Julian Schneider.

Es zeichnete sich eine zähe Anfangsphase ab, weil die Hausherren ihre Angriffe viel zu fehlerhaft aufzogen und die Bälle zunächst recht unbekümmert verwarfen. So zog der in der Insolvenz befindliche Tabellenletzte erstmal auf 3:6 davon.

Bezeichnend auch dieser Treffer, den Niklas Weis allzu leicht durch die Mitte erzielen durfte, zudem gab es die 2 Minuten Strafe für Branimir Koloper on top.

Viel zu häufig ließen die Mannen von Michael Lerscht den Gast in den ersten Minuten einfach über die Halbpositionen und den Kreis gewähren, zudem zeigte Vikings Torwart Mikkel Moldrup mehrfach glänzende Paraden. Beim Stand von 3:8 war Coach Lerscht nach knapp zehn Angriffen ohne Torerfolg in Minute 15 schon zur ersten Auszeit gezwungen.

Danach kam Kapitän Kai Rottschäfer zwischen die Pfosten und war gleich mit einer Parade zur Stelle, musste sich aber nur Sekunden später nach einem Bock des schwachen Julius Lindskog Anderson und dem leichten Spiel für Christian Hoße schon wieder hinter sich greifen.

Als nach 22 Minuten dann ein Rückstand von 5:11 auf der Anzeigentafel stand und mit Lindsgkog Anderson schon der dritte Siebenmeterschütze verworfen hatte, war guter Rat teuer.

Allein bei Keeper Rottschäfer stimmte die Form. Der erfahrene Rückhalt hielt zwei weitere Versuche und hatte großen Anteil daran, dass der TuS unter anderem durch zwei verwandelte 7 Meter von Marijan Basic immerhin bis zur Pausensirene wieder auf 9:13 herankam.

Nach einer für die Ferndorfer Handballfans nur schwer ertragbaren ersten Halbzeit musste sich die Einstellung der Siegerländer zu diesem Spiel grundlegend ändern, wenn der Aufsteiger in der heimischen Stählerwiese noch einen Blumentopf gewinnen wollte.

Zwar besorgte Paul Skopura für den HC auch nach der Pause wieder den ersten Treffer für die Rhein Vikings, aber mit zwei schnellen Treffern von Neidsch und Basic, letzterer Traf aus der Distanz zielsicher das verwaiste Tor, sowie einem genutzten Siebenmeter von Julian Schneider kam Ferndorf heran, auch weil Thomas Rink vom Kreis mit seinem ersten Treffer zum 14:17 traf.

Die Gäste trafen zwar weiter konstant, aber es gab diese mental wichtigen Momente, in denen der TuS die Wende vielleicht hätte herbeiführen können. So etwa, als der junge Torwart Tim Hottengroth für einen Siebenmeter zwischen die Pfosten rückte und auch gleich gegen den sonst so sicheren Christian Hoße parierte.

Doch beim folgenden Angriff verlor der TuS schlampig den Ball. Generell aber das größte Problem im Angriff: der TuS verwandelte die vom Schiedsrichtergespannt im zweiten Akt fast minütlich gegebenen zahlreichen Siebenmeter weiterhin nicht.

Die Schlussviertelstunde begann wild, Vikings Philipp Pöter ging nach einer gegen ihn ausgesprochenen 2-Minuten-Strafe das Schiedsgericht an und sah dafür die rote Karte.

Als Basic den Abstand dann nach ziemlich genau 51 Minuten auf 20:21 verkürzte und der sonst blasse Jonas Faulenbach ausglich, kochte der Hexenkessel wie gewohnt.

Faulenbach drehte dann mal kurz auf, besorgte mit einem schicken Dreher die lang ersehnte Führung – 23:22 noch 5 Minuten und 17 Sekunden auf der Uhr.

In der entscheidenden Phase tankte sich Lindskog Anderson dann wuchtig durch, aber nach dem 24:22 schmolz die knappe Führung nach der nächsten unfreiwilligen Auszeit für Koloper gleich wieder weg.

Das Drama kannte keine Gnade, Rottschäfer parierte beim 24:24 erneut in der letzten Minute, den folgenden Angriff unterbrach Lerscht 11 Sekunden vor dem Ende.

Es passte aber in das abschließende Bild, dass Julian Schneider den letzten Wurf nicht unterbringen konnte. Ein Sieg wäre aufgrund der ersten Hälfte aber auch nicht verdient gewesen.

Trainer Michael Lerscht fand auf der Pressekonferenz deutliche Worte: „Das war heute einer der schwersten Gänge nach hier unten, weil es unsere schwächste Leistung in dieser Saison war. Wir haben im Training hart daran gearbeitet, Lösungen gegen diese offensive Deckung zu finden. Das Spiel ist dann schon bescheiden gestartet, weil wir dem Torwart zu viele Bälle gegeben haben. Insgesamt ist das Ergebnis heute eine Katastrophe, jeder einzelne Spieler muss sich heute an die Nase fassen und wir müssen uns jetzt zusammen um die Scheiße ziehen. Wir spielen immer noch gegen den Abstieg. Dafür müssen wir die Sinne schärfen.“

Während die Rhein Vikings sich nach den 60 Minuten für das Unentschieden und ihren starken Auftritt feierten, muss der TuS Ferndorf muss weiter auf den ersten Heimsieg in 2019 warten.

 

TuS Ferndorf – HC Rhein Vikings 24:24 (9:13)

Aufstellung TuS: Puhl, Rottschäfer, Hottgenroth, Faulenbach (4), Basic (6/5), Michel, Neitsch (2), Wicklein (2), Zerbe (3/1), J. Schneider (2/1), Barwitzki, Lindskog Anderson (4), Koloper, Rink (1)

Schiedsrichter: Andreas Briese/Kim von der Beeck

Zuschauer: 957

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