breaking news New

Kaan verschlechtert Chancen auf den Klassenerhalt

Viele rassige Zweikämpfe gab es im Kellerduell zwischen der SG Wattenscheid und dem 1. FC Kaan-Marienborn. Foto: Manfred Bäumer

Der 1. FC Kaan-Marienborn hat die eigene Ausgangsposition im Abstiegskampf nicht verbessern können. Bei der SG Wattenscheid unterlag der Aufsteiger nach schwacher zweiter Halbzeit mit 1:3 (1:1)

„So kannst Du in Wattenscheid nicht gewinnen. Wir haben den Kampf in der zweiten Halbzeit nicht mehr richtig angenommen“, ärgerte sich Trainer Thorsten Nehrbauer nach dem Spielende und er hatte einen guten Grund dazu.

Werbeanzeige


Werbeanzeige


Auf dem „nicht ganz so optimalen Platz“, wie Wattenscheids Coach Farat Toku noch recht euphemistisch meinte, entwickelte sich wie erwartet zunächst eine Kampfpartie, in der Leon Binder, der für den gesperrten Mannschaftskapitän Toni Gänge in die Innenverteidigung rückte, für ein hartes Einsteigen früh die fünfte gelbe Karte.

Werbeanzeige


Beide Teams schenkten sich in den Zweikämpfen nichts, es war ein rassiges Duell auf Augenhöhe, Wattenscheid gehörten die ersten Minuten, aber abgesehen von einer Flanke von Captain Nico Buckmaier, die Abwehrrecke Adrian Schneider an das Außennetz köpfte, brannte defensiv bei den Känern nichts an.

Die zunächst noch etwas abwartend agierenden Siegerländer übernahmen vielmehr nach und nach das Zepter und brachten Wattenscheids Abwehr immer wieder in Bedrängnis. Rauschte eine scharfe Hereingabe von Elsamed Ramaj noch ohne einen Abnehmer durch den Fünfmeterraum, mussten die Wattenscheider wenig später in höchster Not eingreifen. Nachdem Arthur Tomas, Kaans Bester, nach schöner Kombination mit Lo Iacono nach innen flankte, blieb Ramajs Schuss an einem Abwehrbein hängen. Torhüter Pepic wäre wohl geschlagen gewesen.

In der 37. Spielminute waren dann aber alle Abwehrbemühungen der Hausherren vergeblich, das in den letzten Wochen häufig gelobte Umschaltspiel der Käner kam voll zum Tragen. Nach einem Ballgewinn leitete Ramaj selbst den Angriff ein, legte den Ball für den aus dem Rückraum nachrückenden Gencal ab, der Ramaj mit einem feinen Flugball auf den Weg.

Zwar brachte Wattenscheids US-Boy Mael Corboz noch eine Gräte an das runde Leder, aber Ramaj spitzelte ihm den Ball weg und war dann nicht mehr aufzuhalten. Für Nehrbauers Wunschspieler war es schon das 7. Saisontor.

Die Siegerländer hätten die Führung auch problemlos mit in die Halbzeit nehmen können, wenn die Käner in der 45. Minute bei einer Ecke der SG nicht mit den Köpfen schon in der Kabine gewesen wären.

Weil Torschütze Ramaj Berkant Canbulut laufen ließ, hatte der keine Probleme, den Ball nach der Kopfballverlängerung am langen Pfosten über die Linie zu bugsieren (45.).

„Das ist sehr ärgerlich. Wir hatten die erste Halbzeit voll im Griff. Das Gegentor, dass wir noch vor der Pause nach einer Ecke kassieren, ist einfach billig. So ging es nach der Halbzeit dann leider weiter.

Den psychologischen Vorteil nahmen die Gastgeber nicht nur mit in die Pause, sie brachten ihn auch für die zweite Halbzeit mit. Die Toku-Elf war kaum wiederzuerkennen. Hochmotiviert und mit viel Druck schlug Wattenscheid kurz nach dem Wiederanpfiff erneut zu.

Canbulut zum Zweiten (49.) und Cellou Diallo (68.) sorgten mit zwei noch abgefälschten Toren für größere Ernüchterung.

Zwar wehrten die Käner sich gegen die Niederlage und versuchten nach Kräften, nochmal heranzukommen, aber offensiv lief nach der Pause viel zu wenig zusammen. Erst in der Nachspielzeit feuerte Ramaj nochmal auf das Tor, nachdem Torwart Pepic den Schuss von Schilamow nicht festhalten konnte, allerdings traf er nur das Außennetz.

Danach beendete das Gespann um Referee Holz das Kellerduell.

Die Schiedsrichterleistung brachte Nehrbauer auf der Pressekonferenz auf die Palme, wenngleich er betonte: „Das war sicherlich nicht der Grund der Niederlage, aber es ärgert mich doch sehr, wenn wir für jedes Foul eine gelbe Karte bekommen und der Gegner für die gleiche Situation nicht.“

Der Grund dafür lag auf der Hand. Mit Zlatko Muhovic und Elsamed Ramaj sahen zwei wichtige Offensivspieler die fünfte gelbe Karte. Beide Akteure werden bei dem ohnehin schon dünnen Kader am Dienstag gegen Aachen fehlen – für Kaan war es daher insgesamt ein gebrauchter Tag.

Dennoch zeigte sich der Windecker kämpferisch: „Wir werden jetzt auf der Rückfahrt nicht weinen. Wir haben Dienstag das nächste Spiel und werden dort viel Leidenschaft zeigen und versuchen, dort die Punkte zu holen.“

 

SG Wattenscheid – 1. FC Kaan-Marienborn 3:1 (1:1)

Aufstellung: Bölker, Yigit, Schneider, Binder (71. Brato), Tomas, Kurt, Waldrich, Muhovic (83. Schilamow), Gencal, Lo Iacono (75. Scheld), Ramaj.

Tore: 0:1 Elsamed Ramaj (37.), 1:1 Berkant Canbulut (45.), 2:1 Berkant Canbulut (49.), 3:1 Cellou Diallo (68.).

Schiedsrichter: Patrick Holz, Florian Visse und Marcel Benkhoff.

Zuschauer: 578.

0 Kommentare

Kommentar schreiben



Login

Welcome! Login in to your account

Remember me Lost your password?

Lost Password