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„Die Abstandsregelungen bleiben unangetastet!“

Guido Müller, Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Kreistag Siegen-Wittgenstein. Foto: Freie Demokraten Siegen-Wittgenstein

Das Thema Windenergie wird in vielen Bereichen Südwestfalens kritisch gesehen. Die FDP-Fraktion im Kreistag Siegen-Wittgenstein und der heimische Kreisverband zählen zu diesen kritischen Stimmen.

Nicht etwa, weil man die Windenergie grundsätzlich ihre Berechtigung absprechen will, sondern weil man der Überzeugung ist, dass es nicht die richtige, sprich wirkungsvolle Energiequelle für unser Mittelgebirge ist. Die Liberalen werben für einen ideologiefreien, technologieoffenen Ansatz bei der Bewältigung der Energiewende. Den Landtagswahlkampf haben die Liberalen bewusst mit dem Thema Windenergie und notwendigen Abstandsregelungen geführt. Irritiert war man als die Landesregierung, genauer gesagt der FDP Wirtschafts- und Energieminister, Dr. Andreas Pinkwart, vor einigen Tagen zitiert wurde, dass eine Verdoppelung der Windkraftanlagen in NRW geplant sei. Auf Rückfrage im Ministerium und im FDP-Landesvorstand, ergibt sich bei der Windpolitik allerdings keine Veränderung in der Sache. Laut FDP Landesvorstandsmitglied und Kreisfraktionsvorsitzender Guido Müller werden die gerade erst erkämpften Abstandsregelungen weiter Bestand haben und nicht angetastet werden. Einhergehend mit einem verträglichen Ausbau neuer Energieanlagen bedeutet das, dass der neu geregelte Abstand von mindestens 1500 Meter zur Wohnbebauung einzuhalten ist. Auch die Abschaffung der Privilegierung des Windausbaus im Wald wird nicht revidiert.

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Energie nach wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien ausrichten

Die im Interview mit dem Ministerium erwähnte Verdoppelung der Anlagen beruht auf das theoretische Potenzial, das NRW hat, seine Anzahl von Windrädern zu verdoppeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Windenergie wird natürlich auch künftig eine wichtigen, aber nicht mehr den alleinigen Beitrag leisten. Zugleich wird eine deutliche Beschleunigung bei der Photovoltaik, der Geothermie und der Kraft-Wärme-Kopplung sowie anderer Energieträger im Land ermöglicht. „Um die Energiewende – eine Versorgung ohne Kohle- und Atomkraftwerke – möglich zu machen, wird man einen breiten Mix aus erneuerbaren Energien brauchen. Vor allem die Photovoltaik soll mehr genutzt werden – und da wo es wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll erscheint eben auch die Windkraft. „Rein theoretisch könnte NRW 68 Terrawattstunden pro Jahr aus PV-Anlagen gewinnen, aktuell sind es aber weniger als zehn Prozent“, erklärt Müller. Im Siegerland könnte auch das Grubenwasser thermisch genutzt werden. Auch der Einsatz von Pumpspeicherkraftwerken, wie das beispielsweise die Norweger erfolgreich praktizieren, kann einen wertvollen Beitrag für die Energiewende darstellen. Er hebt hervor, dass man beim Thema alternative Energiegewinnung einen Rundumblick wagen muss: „Man darf nicht vergessen, dass NRW ein Industrieland ist und mehr Strom benötigt, als es aktuell fördert. Der neue Landesentwicklungsplan, der im Sommer kommen wird, wird hier auch die Kommunen in ihrem Planungsrecht stärken. Wir wollen weg von der einseitigen Ausrichtung auf Windenergie um jeden Preis. Energiepolitik können wir nachhaltig nur betreiben, wenn sie auf die Akzeptanz der Bevölkerung stößt. Wir wollen Windkraft nicht verhindern, wir wollen sie so organisieren, dass sie Mensch und Natur nicht überfordert“.

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