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Von Rotkäppchen, Wölfen und den Aufgaben einer Führungskraft

Gab den Zuhörerinnen wertvolle Tipps bei ihrem engagierten Vortrag in der IHK Siegen: Referentin Trina Roach. Foto: IHK

„Entscheide selbst, welches Rotkäppchen du sein willst!“ Die Botschaft von Referentin Trina Roach in der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) war deutlich: Ob Führungskräfte widerstandsfähig mit schwierigen Situationen umgehen können, liegt zu einem großen Teil in ihrer eigenen Hand.

Etwa 50 Unternehmerinnen, Geschäftsführerinnen und Frauen in leitenden Funktionen von Unternehmen lauschten gebannt dem lebendigen Vortrag der gebürtigen Amerikanerin. Sie alle waren der Einladung der IHK gefolgt, nicht nur etwas für die persönliche Weiterentwicklung zu tun, sondern auch ihre Stimme in der IHK zu erheben. Denn Unternehmerinnen nutzen die ehrenamtlichen Gremien der hiesigen Wirtschaft deutlich seltener als ihre männlichen Kollegen.

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Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener – an diesem Abend neben dem Fotografen der einzige Mann im Raum – drückte es so aus: „Zwar wirken in den Prüfungsgremien der beruflichen Bildung etliche Frauen mit. Allerdings sind lediglich 27 der 241 Mitglieder in unserer Vollversammlung und den Fachausschüssen weiblich. Das ist entschieden zu wenig und wird der Rolle der Frauen in der Wirtschaft nicht hinreichend gerecht. Daher wollen wir das ändern. Wenn Sie also gestalten wollen, politisch mitreden und sich in unsere Strukturen einbringen möchten, sind Sie dazu herzlich eingeladen!“

Und der Vortrag von Trina Roach brachte es auf den Punkt: Ändern kann man nur sich selbst – es bei seinen Mitmenschen zu versuchen, ist aussichtslos. Ihre Tipps zur Resilienz – also zur psychischen Widerstandsfähigkeit – setzen deshalb bei der Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit an. Sie entwickelte im Verlauf des Abends einen Acht-Punkte-Plan für die Teilnehmerinnen: Die wichtigste Aufgabe sei es, sich selbst zu kennen und zu erkennen. „Nur wenn ich weiß, welche Persönlichkeit ich wirklich mitbringe, kann ich authentisch sein“, erklärte Roach. Das führe direkt zum nächsten Punkt: Die eigenen Einstellungen bestimmen darüber, ob und wie jemand in der Lage ist, mit unterschiedlichen stressigen Situationen umzugehen. Eine gewisse Offenheit helfe, Veränderungen positiv zu sehen. Darüber hinaus gelte es, sich Klarheit über seine wirklichen Ziele zu verschaffen. Denn daraus erst könne man die eigenen Prioritäten erkennen – unerlässlich für ein Zeitmanagement, das den eigenen Zielen nutzt. Trina Roach mahnte zur Achtsamkeit, denn diese unterstütze darin, konzentriert an seinen wichtigsten Themen zu arbeiten. Ein bedeutender Faktor für Führungskräfte: Die Emotionen zu kontrollieren, führt oft eher zum Ziel. Darüber hinaus sei es relevant, seine Beziehungen zu pflegen und empathisch mit Mitarbeitern, Kunden, eben seinen Mitmenschen, umzugehen. Das Allerwichtigste jedoch sei, diesen Prozess der Selbstreflexion, den unter anderem  dieser Vortrag angeregt hat, regelmäßig zu durchlaufen und sich so selbst zu coachen sowie für sich selbst zu sorgen, damit die eigene Gesundheit und Lebensfreude erhalten bleiben.

Und was hat das nun mit Rotkäppchen zu tun? Nun, eine Version der Geschichte kannten alle Teilnehmerinnen im Raum: Der Wolf verführt das naive Kind und frisst sowohl die Großmutter als auch das Mädchen. Ein mutiger Jäger muss es befreien. Eine andere Variante kennt kein gutes Ende für Großmutter und Kind – ohne Jäger sieht es übel aus für die beiden. Aber man könne sich auch eine Version erzählen, in der Rotkäppchen die Großmutter befreit und den Wolf erledigt. Roach bekräftigt: „Sie entscheiden selbst, welche Geschichte Sie über sich erzählen.“

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