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Lewejohann nimmt Punkte mit

Es ist nicht sicher ob der Hammer-Spieler bei Satoshi Horie einen Würgegriff ansetzt oder etwas anderes vor hat. Die Hammer nahmen nach dem wichtigen 3:2-Auswärtssieg wichtige Punkte mit auf die Heimreise. Foto: Rene Traut

Trotz zweifacher Führung gingen die Sportfreunde Siegen als Verlierer vom Platz. Durch ein spätes Tor gewann die Hammer Spielvereinigung vor 457 Zuschauern im Leimbachstadion mit 3:2, was bei den Siegener Anhänger die Erinnerungen an die bittere 0:1-Pleite am Mittwoch in Ahlen wach rief. „Das ist schwer in Worte zu fassen und tut weh. Wir hatten gute Phasen im Spiel und schießen uns am Ende einen kapitalen Bock. So stehen wir mit leeren Händen da und können wieder nur Danke sagen für die netten Worte des Gegners“, sagte Trainer Dominik Dapprich auf der Pressekonferenz. Zuvor hatte René Lewejohann, der zu Regionalliga-Zeiten das Trikot der Sportfreunde trug und nun die Hammer Oberliga-Kicker coacht, von „agilen Siegenern“ und einem „sehr hohen taktischen und fußballerischen Niveau“ gesprochen. Außerdem lobte er die Arbeit von Dapprich („Ich habe Respekt vor ihm als jungen Trainer. Seine Handschrift ist klar zu lesen“) und sich an seine Ära in Siegen erinnert („Wir hatten eine schöne Zeit. Ich freue mich bekannte Gesichter getroffen zu haben. Es war ein besonderes Spiel“).

In der Analyse dieser temporeichen und mit offenem Visier geführten Partie stimmten beide Trainer überein. Nachdem Hamms Torjäger Joel Grodowski nach sehenswertem Sololauf frei vor dem Tor von Christoph Thies auftauchte und der Torhüter parierte (9.), gaben die Hausherren den Ton an. Immer wieder war es der an diesem Nachmittag laufstarke Lukas Hombach, der zunächst nach einem Pass von Satoshi Horie verfehlte (11.), dann nach einer Flanke von Björn Jost um eine Fußlänge zu spät kam (31.) und später aus der Distanz abzog (39.). Da war es nur folgerichtig, dass der Siegener Stürmer auch das Führungstor erzielte. Nach 35 Minuten brach Horie auf der rechten Seite durch, legte quer zu Hombach, der kaltschnäuzig einnetzte. Der Gegenpart des Torschützen war Grodowski, der es zwischenzeitlich nach einem Zuspiel von Pascal Schmidt mit der Hacke probierte (21.). Doch das sollte es noch nicht gewesen sein in der ersten Hälfte.

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Beim Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Christopher Schütter in der 42. Minute stockte den Siegener Fans der Atem. Einen langen Ball unterlief Tobias Filipzik, so dass plötzlich Hamms Schmidt freie Bahn hatte. Jan-Luca Rumpf grätscht in seinen Sprint und traf ihn am Fuß. Den fälligen Strafstoß verwandelte Ralf Schneider sicher. Siegens Verteidiger kam mit der gelben Karte davon. „Das war schon ein kleiner Dämpfer. Denn das Gegentor fällt aus dem Nichts“, sagte Dominik Dapprich.

Es sollte seine Wirkung zeigen, denn in Hälfte zwei war nun die Hammer Spielvereinigung optisch überlegen. Wenngleich die Gastgeber durch Marc Steffen Freund nach Josts Steilpass die erste Möglichkeit besaßen (47.). Eine Hundertprozentige war aber jene Gelegenheit von Alan Bezhaev, der in eine Hereingabe von Elfmeterschütze Schneider rutschte, aber die Kugel über den Siegener Kasten drosch (53.). „Hamm war bissiger in den Zweikämpfen. Die drei englischen Wochen am Stück haben sich bei uns bemerkbar gemacht“, meinte Coach Dapprich.

Der Alcher beobachte die nächste dramaturgische Wende dieses Spiel. Während Hamm am Drücker war, schoss nämlich Siegen das Führungstor. Ein von Hombach geblockter Schuss landete nach einem Konter vor den Füßen von Okay Yildirim, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste (66.). Es sollte weiterhin spannend bleiben. Denn als Grodowski in der 78. Minute auf Thies zulief, holte der Keeper ihn von den Beinen. Erneut gab es Elfmeter für die Gäste, erneut war dies eine dankbare Aufgabe für Ralf Schneider.

„Dann müssen wir den Vorsprung oder das Unentschieden über die Zeit bringen“, so Dapprich. Das Pech hatte seine Mannschaft an den Fußballstiefeln kleben: Erst verpasste Jannik Krämer am zweiten Pfosten, dann scheiterte der eingewechselte Ryo Suzuki in sehr aussichtsreicher Position an SpVg-Torwart Ivan Mandusic (87.). Es wäre die Entscheidung gewesen, die in der Nachspielzeit aber dann zugunsten des aufopferungsvoll kämpfenden Abstiegskandidaten aus Hamm fällt. Einen verunglückten Rückpass erlief sich Halil Can Dogan, den Lewejohann eine Viertelstunde vor Schluss einwechselte. Über die halbrechte Seite zog er in den Strafraum und düpierte Thies mit seinem Abschluss ins lange Eck (90.+1). „Wir wollten es erzwingen. Vielleicht kann uns Fortuna auch mal etwas helfen“, bat Dapprich. Die Sportfreunde bleiben Zehnter, der Klassenerhalt ist aber nun auch rechnerisch gesichert.

Sportfreunde Siegen – Hammer SpVg 2:3 (1:1).

Siegen: Thies – Horie, Filipzik, Rumpf, Krämer – Brusch, Kaminishi, Jost (77. Becker) – Yildirim (85. Suzuki), Hombach, Freund (78. Wüst).

Tore: 1:0 Lukas Hombach (35.), 1:1 Ralf Schneider (42. Elfmeter), 2:1 Okay Yildirim (66.), 2:2 Ralf Schneider (78. Elfmeter), 2:3 Halil Can Dogan (90.+1).

Schiedsrichter: Christopher Schütter.

Zuschauer: 457.

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