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Verkehrssektor vor kolossalem Umbruch

Dr. Jörg Beckmann sprach bei Forum Siegen über Mobilität am Beispiel der Schweiz. Dr. Jörg Beckmann (li.) mit Dr. Feriha Özdemir und Prof. Dr. Gustav Bergmann. Foto: Uni Siegen

Der Gast kam aus Bern. Dr. Jörg Beckmann, Verkehrssoziologe, Vizedirektor im Touring Club Schweiz, Direktor der Mobilitätsakademie AG und Geschäftsführer des Verbandes Swiss eMobility, war zu Gast bei FORUM Siegen, dem Vortragsformat der Universität Siegen unter dem Dach der Einrichtung „Wissenschaft in der Stadt“. Dr. Beckmann sprach über die „smart urban mobility“, einer elektrischen und kollaborativen Zukunft des Verkehrs am Beispiel der Schweiz, „dem Himmel der Verkehrswende“, wie Beckmann betonte. „Vor etwa 25 Jahren wurde in der Schweiz das Carsharing erfunden. Die Schweiz ist gleichzeitig auch eine Ideenschmiede der Elektromobilität, gilt als Land der leisesten Postboten, sie ist Bahnweltmeister, ÖV-Haltepunktchampion und Land der sichersten Autobahnen. Neuerdings sind wir auch Testraum für selbstfahrende Fahrzeuge,“ erklärte Beckmann.

Der Mobilitätsinnovator, der zuvor als Hauptgeschäftsführer den Europäischen Verkehrssicherheitsrat (ETSC) in Brüssel geleitet hat, erklärte, wie die drei großen Transformationspfade einer neuen Verkehrswende, wie die Dekarbonisierung, Deprivatisierung, Demotorisierung im Zusammenspiel dazu beitragen werden, Stadtmobilität nachhaltig zu verändern. Schaue man sich die europäischen Nachbarn wie Norwegen an, wo eine nachhaltige Verkehrswende über Alternativen gelinge, seien es die grundlegenden verkehrspolitischen Entscheidungen, welche eine Mobilitätstransformation beschleunigen. In Deutschland würden hingegen nach den politischen Zielsetzungen für nachhaltige Mobilität sowie einer Energiewende im Verkehr, also Deutschland zu einem Leitmarkt der Elektromobilität zu machen, leider nicht genug entsprechende Maßnahmen nach den Zielsetzungen ergriffen.

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„Der Verkehrssektor steht vor einem kolossalen Umbruch. Der Einzug des Elektromotors ist weit mehr als ein Technologietransfer“, unterstrich Beckmann und benannte die Entglobalisierung, Entmaterialisierung und Entschleunigung als drei Treiber dieses neuen Umbruchs. Der Verkehrssektor sei zu sehr effizienzgeleitet, eine grüne Zukunft brauche daher suffizientere Alternativen. In diesem Kontext stellte Beckmann die Schweizer Lastenrad Initiative „carvelo2go“ vor, das weltweit erste eCargo-Bike Sharing, das in der Mobilitätsakademie in Bern entstanden ist und nun als neues „Stadtauto“ in der Schweiz kollaborativ genutzt wird.

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Der Innovationsforscher und Moderator der Veranstaltung, Prof. Dr. Gustav Bergmann von der Universität Siegen, fasste zusammen, dass weniger Verkehr mehr Mobilität bedeute und die Verkehrswende eine Verhaltens- und Kontextänderung brauche. Die Frage der Mobilitätsveränderung sei ein sozial-kultureller Systemwechsel, bei dem sich Verhaltensweisen und Werthaltungen verändern. Die globalen Klima-Bewegungen „Fridays for Future“ seien bereits ausdrückliche Signale für diese Veränderungen.

Am 13. Juni 2019 widmet sich das FORUM Siegen der neuen Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen. Der Prodekan für Strategie und Forschung und stellvertretende Dekan der LWF, Prof. Dr. Christoph Strünck, referiert zum Thema: „Medizin neu denken – innovative gesundheitliche Versorgung zwischen Stadt und Land“.

Ansprechpartnerin:
Dr. Feriha Özdemir
Mail: oezdemir@wiwi.uni-siegen.de
Telefon: 0271 / 740 2223

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