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Derby der ‘Unzufriedenen’ steht an – Kaan kämpft gegen Negativtrend

SFS-Coach Dominik Dapprich hofft auf ein positives Ergebnis im Derby gegen den TuS Erndtebrück. Foto: Rene Traut

Das Siegen-Wittgensteiner Derby zwischen dem TuS Erndtebrück und den Sportfreunden Siegen steht im Fokus des zwölften Spieltags in der Fußball-Oberliga Westfalen. Der 1. FC Kaan-Marienborn empfängt zu Hause das Spitzenteam aus Ennepetal.

TuS Erndtebrück – Sportfreunde Siegen.

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Legt man die Saisonziele und den „Status Quo“ der Lokalrivalen zu Grunde, finden sich Parallelen, aber auch unterschiedliche Vorzeichen. Denn beide Mannschaften befinden sich tabellarisch nicht im Soll. Erndtebrück, das mitten im Abstiegskampf steckt, verlieh der Auswärtssieg in Hamm Auftrieb. In Siegen kursiert nach zwei Niederlagen, dem Kreispokal-Aus in Eiserfeld und dem 2:2 nach 2:0-Führung gegen Meinerzhagen das Wort „Krise“ im Umfeld des Vereins.

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Fakt ist aber auch, dass beide Teams jeweils nur drei Punkte hinter ihren Zielsetzungen liegen. Das Problem ist schnell ausgemacht: Es sind die verhältnismäßig vielen Gegentore von Siegen (23) und Erndtebrück (26). „Wir haben gegen Hamm nur eine Großchance zugelassen. Da wollen wir wieder ansetzen“, will TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas gerne wieder die „Null“ halten und bringt die Marschroute für das Derby am Pulverwald auf eine einfache Formel: „Defensive Kompaktheit und ein gutes Umschaltspiel gepaart mit Effektivität vor dem gegnerischen Kasten.“ In Puncto Angriff haben die Siegener hingegen mit 20 Treffern einen ordentlichen Wert vorzuweisen.

„Wir haben über weite Strecken ein ordentliches Spiel gemacht, sind gelaufen, haben gut verteidigt und gekämpft. Leider haben wir es nicht komplett durchgezogen“, sagt Sportfreunde-Trainer Dominik Dapprich rückblickend auf das letzte Heimspiel. Vier, fünf Punkte könnten die Krönchenstädter mehr haben, rechnet er vor. „Ein Unentschieden gegen ein Top-Team wie Meinerzhagen hätte jeder vor dem Spiel genommen. Der Verlauf war bitter. Natürlich dürfen wir uns das in doppelter Überzahl nicht mehr nehmen lassen“, analysiert der Alcher. Im Training beschäftigen sich die Sportfreunde deswegen vermehrt mit dem Spiel gegen den Ball. Denn die logische Schlussfolgerung kann nur sein, die „defensiven Patzer“ zu minimieren oder ganz auszumerzen. „Wenn wir einen Fehler machen, ist das sofort ein Gegentor. Das ist dann schwierig“, beschreibt Dapprich. Ein Faktor ist dabei sicherlich auch das Fehlen von Säulen wie Noel Below, Lennart Dreisbach oder Okay Yildirim, was der Siegener Übungsleiter aber nicht als Ausrede gelten lässt. Am Sonntag fehlt ihm zusätzlich der gesperrte Kapitän Björn Jost (5. Gelbe Karte). Fraglich sind Torwart Christoph Thies und der Ex-Erndtebrücker Till Hilchenbach.

„Eine sportliche Krise wird uns angedichtet“, betont Dapprich und erhält dabei Unterstützung von seinem Pendant. Denn auch dem Linienchef des TuS ist die schwierige Phase der Sportfreunde und das stets kritische Umfeld bekannt. „Die Ergebnisse haben bei ihnen nicht gestimmt. Aber Siegen hat eine tolle, junge Mannschaft mit einem guten Trainer, der eine Spielphilosophie hat und sie gut einstellt“, springt Rubio Doblas für seinen Kollegen in die Presche.

Losgelöst vom Derby-Charakter des anstehenden Heimspiels will er mit seinen Erndtebrückern gerne nachlegen. „Wir müssen uns gut verkaufen. Es ist eine 50:50-Partie. Wir haben unsere eigenen Baustellen und wollen mit Leidenschaft und Emotionen vernünftigen Fußball spielen“, so der Spanier weiter.

Für Rubio Doblas ist es übrigens eine Premiere in diesem Lokalduell beim TuS an der Seitenlinie. Entsprechend groß ist die Vorfreude: „Die Sportfreunde das Aushängeschild der Region. Ich habe selbst Fußball gespielt im Siegerland und war zu Zeiten der zweiten Bundesliga im Leimbachstadion dabei. Nach meinem Werdegang als Trainer von unterklassigen Ligen bis zur Oberliga hat dieses Spiel einen besonderen Charakter. Hätte mir jemand vor drei, vier Jahren gesagt, dass ich einmal als Erndtebrücker Coach ein Derby gegen die Siegen bestreite, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, sagt der A-Lizenz-Inhaber, der allerdings ohne die verletzten Eren Bilgicli, Tom Robin Röcher, Luca Woditsch und den Ex-Siegener Haluk Arslan antreten wird.

„Wir werden Erndtebrück ernst nehmen“, verspricht indes Dapprich, der trotz dem Umbruch beim Wittgensteiner Verein viele Spieler mit Oberliga-Format in dessen Reihen ausgemacht hat. „Wir wollen den Kampf annehmen, fußballerische Inhalte hinzufügen und gewinnen“, hofft er auf ein Erfolgserlebnis und richtet dabei bewusst nicht den Blick auf die Tabelle. „Denn sie werden alles in die Waagschale werfen.“

1. FC Kaan-Marienborn – TuS Ennepetal.

Kaan-Marienborn ist im Abstiegskampf angekommen. So deutlich formuliert Trainer Tobias Wurm die Lage. „Es ist nicht zufriedenstellend, aber das wollen wir ändern und arbeiten daran akribisch“, erklärt er. Nur noch drei Punkte Rückstand sind es auf Erndtebrück. Mit dem TuS Ennepetal kommt allerdings ein Spitzenteam, momentan auf Platz vier, ins Breitenbachtal. Wurm, der den Gegner unter die Lupe nahm, berichtet von einer homogenen Einheit, die zwar in jüngster Vergangenheit einige Punkte liegen ließ, aber eine Herausforderung für sein Team darstellt. „Wir sind nicht der Favorit“, klärt der Käner Coach die Vorzeichen ab. „Aber vielleicht ist das auch mal gut so“, fügt er an. Denn momentan, und das wurde gerade bei der äußerst unglücklichen Niederlage in Rheine deutlich, fehlt es seiner Mannschaft am nötigen Glück, das den Teams, die im Tabellenkeller stehen, eben nicht Hold ist. Auch bei Kaan-Marienborn ist die Reduzierung der Fehlerquote das Maß aller Dinge. „Es wäre schön, wenn wir zu Null spielen, dafür müssen wir defensiv aber konzentriert sein“, so Wurm. Seinen Spieler spricht er den Willen nicht ab. Sie seien selbstkritisch. Vielmehr muss der Trainer auch mental arbeiten. „Es waren zuletzt nur Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben. Aber viele Spieler haben so eine Negativserie noch nicht erlebt. Da muss man die richtigen Worte finden“, beschreibt Wurm. Auf dem Platz gilt es dann zu punkten. Das dringend benötigte Erfolgserlebnis könnte die Wende einleiten. Nicht mitwirken können die verletzten Kisolo Deo Biskup und Nino Saka sowie der Gelb-Rot gesperrte Armin Pjetrovic. Hinter dem Einsatz von Toni Gänge steht noch ein Fragezeichen.

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