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Oberliga startet mit Derby in die Restrunde

Kaan's-Coach Tobias Wurm kann im Derby gegen den TuS Erndtebrück aus dem Vollen schöpfen. Foto: Marco Schneider

Die Fußball-Oberliga Westfalen erwacht aus dem Winterschlaf. Hatte am vergangenen Wochenende noch Orkantief „Sabine“ den Start in die Restsaison verhindert, so soll es jetzt endlich losgehen. Im Fokus steht vor allem das Siegen-Wittgensteiner Derby zwischen dem 1. FC Kaan-Marienborn und dem TuS Erndtebrück. Die Sportfreunde Siegen reisen zum FC Eintracht Rheine.

1. FC Kaan-Marienborn – TuS Erndtebrück.

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Eine bittere 0:3-Niederlage, damals noch unter Alfonso Rubio Doblas, bescherte das Hinspiel den Erndtebrückern, die aufgrund ihrer Tabellensituation als Vorletzter deutlich mehr unter Druck stehen als die zehn Punkte vor ihnen platzierten Käner. Vor der Winterpause übernahm Michael Müller das Kommando bei den Wittgensteiner und kündigte an, intensiv an mehreren Baustellen arbeiten zu wollen. „Das haben wir auch getan“, stellt er klar. Auf dem Trainingsplan standen Einheiten in Sachen Defensivverhalten, Aufbauspiel und Standards. Grundlegende Dinge also, durch sich die Erndtebrücker Mannschaft Müllers Spielidee annähern soll. „Im Großen und Ganzen ist die Vorbereitung gut gelaufen. Das Team war motiviert und hat absolut mitgezogen. Ich denke, dass wir einige Defizite in großen Teilen ablegen konnten“, zieht der Übungsleiter ein positives Fazit. Die Derby-Vorfreude verhehlt der 40-Jährige, der viele Jahre selbst die Fußballschuhe für den TuS schnürte, nicht. Doch der 1. FC Kaan-Marienborn bleibt ein echter Gradmesser für die Erndtebrücker, die sich mitten im Abstiegskampf befinden. „Es ist ein starker Gegner. Sie haben am Anfang etwas gebraucht, um in die Spur zu kommen. Aber meiner Meinung nach müssten die Käner mit den anderen Mannschaften, die ganz oben stehen, um den Aufstieg spielen“, meint Müller. Eine dankbare Aufgabe, gegen ein erfahrenes wie spielstarkes Team anzutreten, haben seine Mannen zweifelsohne nicht. „Daher gilt es von Anfang an dagegen zu halten“, so der TuS-Coach. Will heißen: Die Käner gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen. „In erster Linie müssen wir hinten gut stehen und versuchen, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken“, erklärt Müller. Die Ausfälle von Haluk Arslan (grippaler Infekt), Eren Bilgicli und Burak Yildiz (beide Handbruch) müssen kompensiert werden.

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Die Käner können indes aus den Vollen schöpfen. In deren Lager wird die Spannung hochgehalten. „Wir freuen uns auf das Spiel und hatten im Training ein gute Aggressivität. Die Mannschaft brennt auf den ersten Heimsieg im Jahr 2020“, erklärt Trainer Tobias Wurm. Seine Jungs absolvierten dank der milden Temperaturen der letzten Wochen eine ebenfalls gute Vorbereitung unter guten Voraussetzungen, in der taktische Dinge einstudiert und die körperliche Fitness hergestellt wurden. Kurzum: Kaan-Marienborn ist bereit für das Derby, in dem die Breitenbachtaler auch so auftreten wollen, wie es sich für ein Spiel diesen Charakters gebührt. „Die Körpersprache ist wichtig und eine gesunde Aggressivität“, sagt Wurm. Letztlich könnte die fußballerische Qualität im Kader der Käner den Ausschlag geben. Doch vom einem Selbstläufer kann laut dem 37-Jährigen keine Rede sein. „Ich erwarte motivierte Erndtebrücker, die aufgrund des Hinspiel sicherlich auf Revanche aus sind. Sie haben sich unabhängig vom Trainerwechsel stabilisiert und zuletzt waren auch gute Ergebnisse dabei“, so Wurm.

FC Eintracht Rheine – Sportfreunde Siegen.

Auf dem Naturrasen in Rheine, dessen Beschaffenheit im Februar wohl nicht zum Besten bestellt sein dürfte, erwartet die Siegener eine intensive Partie, bei der es mehr auf die Grundtugenden des Fußballs als auf Schönspielerei ankommt. „Wir müssen uns davon befreien, Fußball spielen zu wollen. Stattdessen müssen wir Fußball kämpfen“, drückt es Sportfreunde-Trainer Tobias Cramer aus. Die Gegebenheiten der Jahreszeit erfordern eine andere Spielweise. „Es wird aufgrund des Zustands des Platzes wohl viel mit langen Bällen operiert werden, deswegen müssen wir wahrscheinlich in viele Kopfballduelle gehen“, erwartet der Trainer. Hinzu kommt eine körperbetonte Gangart des Gegners. „Eine ekelhafte Truppe“, so Cramer über Rheine, das besonders griffig sei und eine gute Intuition auf den zweiten Ball habe. Ein Rezept, das der Eintracht, die auf Platz vier rangiert, aber Erfolg brachte. Eine offensiver ausgerichtete Taktik, wie sie beim 2:2 im Hinspiel Cramers Vorgänger Dominik Dapprich fuhr, dürfen die mitreisenden Fans nicht erwarten. Der studierte Diplomsportlehrer an der Siegener Seitenlinie setzt auf das Mittelfeldpressing und möchte auswärts tief stehen und kontern. „Wir dürfen uns nicht locken lassen. Das Augenmerk ist, dass lange die Null steht“, schildert Cramer. „Bis zur 70. Minute wird das ein Abnutzungskampf werden.“ Damit die Siegener diesen gewinnen können, ist Effizienz vor dem gegnerischen Kasten gefragt. „Wir werden nicht viele Chancen bekommen“, weiß Siegens Linienchef. In Rheine fehlen neben den Rekonvaleszenten Tobias Filipzik, Leandro Fünfsinn (beide im Aufbautraining) und der noch verletzte Lennart Dreisbach.

Aus Cramers Sicht verlief die Wintervorbereitung schnörkellos, jedoch mit einem Dämpfer zum Abschluss: Die 1:3-Niederlage gegen den FC Ederbergland. Davor hatten sich die Sportfreunde Siegen durch Testspielsiege in eine interne Euphorie gespielt. „Im ‘Inner Circle’ dachten wir, wir wären einen Schritt weiter“, gesteht der 45-jährige Olsberger. Nun muss eben die Pflichtspiel-Premiere in 2020 den Status Quo zeigen. Für die Rückrunde hat Tobias Cramer die Ziele bereits abgesteckt: „Wir haben jetzt 21 Punkte. Wenn wir noch 25 bis 30 holen, haben wir eine gute Runde gespielt“, rechnet er vor.

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