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Sanierung der Fürstengruft kann im Sommer starten

Die Fürstengruft im Unteren Schloss soll für die Siegenerinnen und Siegener künftig leichter zugänglicher werden, Bürgermeister Steffen Mues und der städtische Kulturdezernent Arne Fries (r.) öffneten jetzt schon mal die schwere Eingangspforte. Foto: Stadt Siegen

Die dringend notwendige Sanierung der Fürstengruft im Unteren Schloss zu einem „musealen Ort“ kann beginnen: Der Stadt Siegen liegt der entsprechende Bewilligungsbescheid über 75.000 Euro des Landes NRW vor. Die Gruft ist Grabstätte von Fürst Johann Moritz (1604 – 1697), einer herausragenden Persönlichkeit der nassauischen Dynastie, der unter andere in Siegen mit dem „Goldenen Krönchen“ bleibende Spuren hinterlassen hat.

Die Sanierung des Denkmals kann nun unter Leitung der Technischen Gebäudewirtschaft der Stadt Siegen im Juni bzw. Juli 2020 beginnen, voraussichtliches Ende ist im November. Die Gesamtkosten werden mit rund 150.000 Euro kalkuliert. Die Priorität liegt dabei auf der Sanierung von Wand- und Gewölbeflächen. Federführend für Konzeption und Abwicklung ist die städtische Kulturabteilung. Dazu Leiterin Astrid Schneider: „Die Ruhestätte stellt nicht nur ein schützenswertes Gut dar, sondern ist auch ein Ort erleb- und vermittelbarer Stadt- und Regionalgeschichte.“

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Bereits im vergangenen Oktober hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen zugesichert, sich mit einer einmaligen Zuwendung von 50.000 Euro an der Generalüberholung der denkmalgeschützten, historischen Stätte zu beteiligen. Der städtische Eigenanteil an der Maßnahme beträgt 20.000 Euro, die im Wesentlichen für die Installation einer ausstellungsgerechten Raumbeleuchtung verwendet werden sollen. Weitere 5.000 Euro steuert die Fürst-Johann-Moritz-Gesellschaft bei, damit Erläuterungstafeln in der Gruft installiert werden können.

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Um mit der Sanierung der Denkmals beginnen zu können – Voraussetzung für die künftige museale Nutzung – hatte Stadtrat Arne Fries, Kulturdezernent der Stadt Siegen, im vergangenen Oktober einen entsprechenden Nutzungsvertrag mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW unterzeichnet. Der BLB NRW als Eigentümer des Unteren Schlosses hatte der Stadt Siegen die Fürstengruft für öffentliche und touristische Zwecke überlassen.

Die Ruhestätte als Teil der Stadtgeschichte für die Bürgerinnen und Bürger zugänglicher zu machen soll voraussichtlich ab November möglich sein, etwa im Rahmen von Sonderführungen. Denn in diesem Jahr wird das Untere Schloss 300 Jahre alt. Ursprünglich war geplant, das Jubiläum der Fürstengruft, die in diesem Jahr 350 Jahre alt wird, damit zu verbinden. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Pläne vorerst auf Eis gelegt werden. Astrid Schneider, Leiterin der städtischen Kulturabteilung, verspricht jedoch: „Dennoch laufen die Planungen natürlich weiter. Sobald es geht, werden wir die neuen Termine bekannt geben.“

In jedem Fall ist bereits jetzt klar, dass das sanierte kulturhistorische Denkmal künftig nicht mehr ausschließlich „Eingeweihten“ zugänglich sein soll. Bisher war es so, dass die Fürstengruft nur bei Stadtführungen und jährlich beim Tag des Offenen Denkmals besichtigt werden konnte. „Künftig wird es jedoch eigene Öffnungstermine geben, die sich speziell dem Thema Fürstengruft widmen“, sagt Astrid Schneider. Organisatorisch wird das zusätzliche touristische Angebot an das Siegerlandmuseum angebunden.

Zum Hintergrund

Die Fürstengruft ist eine der bedeutendsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Siegen. Sie ist die letzte Ruhestätte von Fürst Johann Moritz, der nicht nur als Landesherr in Siegen bleibende Spuren hinterlassen hat. Besonders augenfällig ist das „Goldene Krönchen“ auf dem Dach der Nikolaikirche, das Johann Moritz anlässlich seiner Erhebung in den Fürstenstand im Jahre 1652 der Stadt Siegen und ihren Bürgern als Geschenk stiftete. Als Generalgouverneur der Niederlandes in Brasilien legte er Grundsteine für das Wissen Europas über die Neue Welt. In Diensten des Großen Kurfürsten von Brandenburg machte sich Johann Moritz darüber hinaus als Pionier der Landschaftsarchitektur einen Namen.

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