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Großes Kino in bewegten Zeiten

Das Siegener Open Air Kino startet am 09.07.2020 in die neue Saison. Foto: Veranstalter

Im letzten Jahr verzeichnete das Siegener Open-Air-Kino noch Rekordzahlen in allen Bereichen. Doch in diesem Jahr stand die Zukunft des Kinos unterm Sternenzelt lange Zeit noch in den Sternen, denn die Corona-Krise machte auch vor Hollywood und Siegen nicht halt. Die Einschränkungen der letzten Wochen legte dem Veranstalter nahe, dieses Jahr eine Pause einzulegen. Anstatt der üblichen 530 Besucher, durften nur noch 174 Zuschauer auf der Wiese am Oberen Schloss Platz nehmen.

Doch anstatt die Hände in den Schoß zu legen, wurde entschieden die Flucht nach vorne anzutreten. Um ausreichend Kinobesucher unterzubringen, wurde entschieden den Schlosshof, der bereits 2018 schon das Open-Air-Kino während der Bauarbeiten auf der Brunnenwiese beheimatete, als zweiten Spielort mit hinzuzunehmen. Dadurch konnte die Kapazität um weitere 124 Plätze erweitert werden.

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Der Mehraufwand ist jedoch nicht unerheblich. Eine komplette zweite Kinotechnik muss installiert werden und natürlich das Personal aufgestockt.

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Nachdem alles fertig geplant war, kam der 15. Juni und mit ihm Lockerungen, die jetzt wieder einen Anflug von Hoffnung auf eine gute Open-Air-Kino Saison machen. Durch die Umstellung auf ein platzgenaues Buchungssystem – anstatt der wie bisher gewohnten „freien Platzwahl“ – können nun 285 Besucher auf der Brunnenwiese und knapp 213 statt 124 Besucher im Schlosshof jetzt sorgenfrei Platz nehmen, denn trotz der erhöhten Kapazität wurde jede zweite Sitzreihe weggelassen, damit ein Abstand von mindestens 1,5m von Reihe zu Reihe gewährleistet werden kann. So können sich die Besucher bequem und ohne drangvolle Enge zu Ihren Sitzplätzen bewegen und sie auch wieder verlassen.

Hygiene spielt in diesem Jahr eine zentrale Rolle. Karten dürfen nur noch im Vorverkauf gekauft werden, damit die Kontaktdaten der Besucher zentral und nachvollziehbar im Vorfeld gemäß den gesetzlichen Fristen gespeichert werden. Die Kartenkontrolle erfolgt kontaktlos. Alle Speisen und Getränke werden nur abgepackt verkauft. Die WC-Anlagen werden regelmäßig desinfiziert. Alles Personal trägt Schutzmasken und im Gastrobereich Handschuhe. Die Leihdecken aus Fleece werden jeden Tag nach Gebrauch gewaschen. Auf das Einhalten der Abstandsregelung beim Anstehen am Einlass und an der Gastronomie wird genau geachtet.

In einer Sache ist sich das Team um Kinomacher Martin Horne sehr sicher: Die Atmosphäre wird unter den aktuellen Auflagen nicht leiden. Manchem Besucher dürfte es sogar bequemer vorkommen als vorher, da selbst ausverkaufte Vorstellungen immer noch mehr als genug Platz bieten.

Doch einen wichtigen Vorteil bietet diese Notlösung:  Sie eröffnet den Machern völlig neue Möglichkeiten bei der Filmauswahl. Anstatt nur 30 Filme, könnten nun bis zu 60 Filme gezeigt werden. Klar ist, dass bei so vielen Abenden natürlich viele Filme zweimal oder dreimal gezeigt werden, aber bei diesen flexiblen Kapazitäten haben auch kleine und besondere Filme eine Chance auf die große Leinwand zu kommen. Eine Möglichkeit die das Cineasten-Herz höherschlagen lässt. Und das Publikum wird dieses Jahr mit einigen filmischen Überraschungen belohnt.

Neben den beliebten Blockbustern wie „Nightlife“ (25.+26.7.), „Das perfekte Geheimnis“(11.,12.+1.8.), „Känguru Chroniken“ (11.+12.7.) und „Joker“ (30.7.), gibt es eben auch Raum für Filme wie das südamerikanische Drama „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ (26.7.) und eine Aufführung des in Siegen gedrehten Independent Science-Fiction-Film „Das letzte Land“ (9.8.). Besonders froh ist man darüber, dass es auch eine weitere Zusammenarbeit mit der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg geben wird, die unter dem Titel „Shorts on the Run“ (2.8.) ausgewählte Kurzfilme von den Filmemachern der Zukunft präsentieren, die diese im Rahmen ihres Studiums produzierten.

Auch für eine fröhliche Ladies-Night gibt es wieder attraktive Filme wie „Birds of Prey“ (18.7.), „Wild Rose“ (2.8.) und „Little Women“ (9.8.), die die Frauenherzen höherschlagen lassen.

Eine eigene Note ins Programm bringt auch die erstmalige Kooperation mit dem „panoptikum – das studentische Kino“ (offizieller Name). An vier Abenden bestimmt das Kino, das normalerweise einmal pro Woche im blauen Hörsaal der Uni Siegen Kinofilme zeigt, das Programm auf dem Hof und auf der Wiese am Oberen Schloss. Der Disney-Film „Onward – Keine halben Sachen“ (9.7.), der skandinavische Mystery-Horror Mix „Midsommar“ (16.7.), der südkoreanische Überraschungshit „Parasite“, das Kriegsdrama „1917“ und zwei Filme im Original mit deutschen Untertiteln („Knives Out“  (9.7.) und „Joker“ (10.7 + 15.7.)) stehen auf der Liste. Exklusiv für die Filme des „panoptikums“ gibt es ermäßigte Tickets für Schülerinnen und Schüler und Studierende für nur 5,50€. Das Open-Air ist sehr wichtig, um die restlichen Vorstellungen im Jahr zu finanzieren.

Aufgrund der überproportional gestiegenen Kosten – allein die Kosten für die Umsetzung des Hygienekonzepts belaufen sich schon auf knapp 2000€ – liegen die normalen Ticketpreise nur dieses Jahr bei 8,50€ (zzgl. VVK-Gebühren). Dabei bleiben dem Veranstalter nur knapp 50% von der Erhöhung.

Auch die traditionelle Zusammenarbeit mit Greenpeace, der International Ocean Film Tour und der beliebten European Outdoor Film Tour wird trotz oder gerade wegen der Krise fortgesetzt. So wird auch in diesem Jahr der international renommierte Fotograf Marcus Mauthe gleich an zwei Stellen gleichzeitig seine Arbeit präsentieren (23.8.). Auf der Brunnenwiese in Form seiner Live-Show und im Schlosshof der Dokumentarfilm über die Reise, die er in seiner Live-Show präsentiert.

Einen Ausflug in ein ganz anderes Genre macht das Open-Air-Kino am 15. August. An diesem Abend ist das Siegener Sommerfestival zu Gast und bietet mit dem Kölner NN-Theater und der theatralen Umsetzung des Filmklassikers „Casablanca“ eine ganz besondere Show, die auf besondere Art und Weise beweist, wie die Siegener Kulturmacher in Krisenzeiten zusammenstehen und sich gegenseitig helfen.

Durch das Aufstocken des Filmangebotes hat sich das Orga-Team entschlossen das Programm in zwei Hälften zu veröffentlichen. Zunächst erscheint ab heute das Programm für den Zeitraum 9.7. bis 2.8., während das Programm vom 5.8. bis 30. 8. erst am 21.7. veröffentlicht wird.

Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr ist, dass es die Kinokarten für alle Veranstaltungen nur noch exklusiv im Vorverkauf bei kinoheld.de und nicht mehr an der Abendkasse gibt. Grund hierfür ist die Kontaktaufzeichnungspflicht. Die aktuelle CoronaSchVO verlangt, dass der Veranstalter alle Kontaktdaten der Besucher lückenlos aufzeichnen muss, damit im Fall einer belegten Infektion eines Kinobesuchers eindeutig festgestellt werden kann, mit wem er potenziell in Kontakt gekommen ist.

Diese Kontaktdaten werden im Rahmen des Bestellvorgangs automatisch und Datenschutzkonform ermittelt und stehen nur im Ereignisfall zur Verfügung. Älteren Kinobesuchern oder Menschen mit Behinderung, die eine Begleitperson mitbringen müssen, wird die Möglichkeit eröffnet Karten gegen Vorkasse direkt unter info@siegener-openairkino.de zu bestellen. Die Karten liegen dann am Einlass bereit.

Ein besonderer Dank der Kinomacher gilt – in diesen stürmischen Zeiten – den Sponsoren. In schweren Zeiten wie diesen ist es nicht selbstverständlich, so fest hinter einer Veranstaltungsreihe zu stehen, wie es die Volksbank in Südwestfalen eG, das Autohaus Walter Schneider, die Siegener Versorgungsbetriebe und die Medienpartnern Radio Siegen und Moon River Design beweisen. Erstmals in diesem Jahr ist auch die BKK Achenbach Buschhütten als Gesundheitspartner mit dabei. Ohne die tatkräftige Unterstützung aller Sponsoren, wäre das Open-Air-Kino in Zeiten von Corona nicht möglich gewesen.

Das vollständige Programm findet man ab dem 25.6. online auf der brandneuen Homepage des Open-Air-Kinos unter www.siegener-openairkino.de oder auf Facebook.

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