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Gesunder Wald bedeutet Zukunft

Wie in Eisern durch regelmäßige Läuterung Waldflächen in ihrem Bestand reguliert werden, zeigte Thomas Schmidt den Gästen an unterschiedlichen Beispielen. Foto: CDU Kreisgeschäftsstelle

„Der Umgang hier mit dem Wald ist schon vorbildlich,“ lobte Thomas Schmidt, Revierleiter für den Forstbetriebsbezirk Eiserfeld die Waldgenossenschaft Eisern. Dort war die CDU-Kreistagsfraktion gemeinsam mit Landratskandidat Arne Fries und Bundestagsabgeordnetem Volkmar Klein im Rahmen ihrer Reihe „Fraktion vor Ort“ zu Besuch.

Willi Brandl, seit 1987 hier Waldvorsteher, freute sich über das Interesse und stellte mit gewissem Stolz sein „Waldreich“ vor. 34 Laubholzarten und 14 unterschiedliche Nadelhölzer sind hier zu finden, vor über vier Jahrzehnten wurden hier schon Douglasien gepflanzt. Als 1996 das Pflanzencamp Burgholz in Wuppertal aufgelöst wurde, übernahmen die Eisener zahlreiche Bäume von dort, wie die lindenblättrige japanische Birke oder die Esskastanie. Für Brandl steht fest: „Wir brauchen für die Zukunft einen Baumartenwechsel und ein verändertes walddbauliches Vorgehen.“

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„Stürme, Trockenheit, Käfer – der Wald verändert sich, der Waldzustandsbericht zeigt besorgniserregende Werte, der Klimawandel ist in unserer Landschaft zu sehen und zu spüren,“ hatte Bernd Brandemann, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion zur Begrüßung ausgeführt. „Wälder im Klimawandel“ sei eine große Herausforderung. Mit konkreten Daten wartete Thomas Schmidt (Wald und Holz NRW) auf. Im Bereich der Waldgenossenschaft sein die Durchschnittstemperatur von 8,2 Grad auf 9,5 Grad gestiegen. Die Niederschlagsmenge sei in den letzten zwei Jahren im Jahresmittel von durchschnittlich 1100 mm auf 765 mm gesunken. Und das weitere Problem, so Schmidt, der Regen sei nicht in der Vegetationszeit gefallen.
Die Gäste konnten sich beim Rundgang verschiedene Waldbilder anschauen. Die „standortgerechte Baumauswahl“ sei das Zauberwort für die Zukunft, so Brandl. Ein weiteres großes Thema: der Borkenkäferbefall. Der „Buchdrucker“ und der „Kupferstecher“ sind namentlich die Forstschädlinge, die sich bevorzugt der Fichten annehmen. Der Schadholzeinschlag führt zu deutlich sinkenden Holzpreisen. Öffentliche Hilfen für die Wiederaufforstung seien dringend notwendig. „Erfreulich ist, dass uns Bund, Land und EU nicht im Regen stehen lassen und wirklich helfen,“ stellte Thomas Schmidt fest. Der Wald hat neben seinen „Wohlfahrtswirkungen“ ebenso eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, unterstrich Volkmar Klein MdB, der zu den Förderfragen in engem Kontakt mit dem Waldbauernverband steht. „Wir sind auf Unterstützung für das Pflanzen klimaresistentere Baumarten angewiesen“, erläuterte Lothar Klein (Netphen), Vorsitzender des Waldbauernverbandes Siegen-Wittgenstein.

„Sollte ich gewählt werden,“ erklärte Arne Fries, „ist mir dann als Landrat des waldreichsten Kreises in Deutschland die Unterstützung einer nachhaltigen Fortwirtschaft eine Herzensangelegenheit. Denn damit gelingt es, hier vor Ort den Klimawandel zu bekämpfen, für biologische Vielfalt zu sorgen und die Ökosystemleistungen des Waldes zu sichern.“ Fries, selbst „Waldgenosse“, wies auch auf die hohe Wirksamkeit der Wälder als bedeutender CO2- und Wasserspeicher sowie von Holz als Baustoff hin.

Wie in Eisern durch regelmäßige Läuterung Waldflächen in ihrem Bestand reguliert werden, zeigte Thomas Schmidt den Gästen an unterschiedlichen Beispielen. „Zukunftsbäume“ werden gezielt ausgesucht und durch forstwirtschaftliche Betreuung in Wuchs und Entwicklung gefördert. „Wir haben große Hochachtung vor ihrer nachhaltigen Arbeit,“ dankte Jutta Capito, Vorsitzende des Kreis-Umweltausschusses, für die vielfältigen Informationen. Ihr Fazit: „Zukunftssicherung unserer Forsten ist eine der ganz wichtigen politischen Aufgaben.“

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