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EJOT Team glänzt mit Sieben-Rennsiegen in Saarbrücken

Das EJOT Team Buschhütten bei der Siegerehrung in Saarbrücken. Foto: Thorsten Wroben, Medienbeauftragter EJOT Team TV Buschhütten

Das EJOT Team TV Buschhütten steuerte am Freitag mit dem Reiseziel Saarbrücken einen neuen Bundesliga-Veranstaltungsort an und kehrte am Sonntag mit einem Doppel-Mannschaftssieg in der Teamwertung und einem Sieg in der Einzelwertung durch Lena Meißner bei den Frauen aus der saarländischen Landeshauptstadt ins Siegerland zurück.
Damit nicht genug. Bei den insgesamt 9 Läufen liefen die EJOT Team Triathlet*innen 7 als Sieger durchs Ziel. Diese Glanzleistung, trotz der wegen der Corona-Pandemie erschwerten Vorbereitung des Renntages (wir berichteten), ließ Rainer Jung, Sportdirektor des Teams, natürlich im Wettstreit mit der Sonne strahlen.

„Das gesamte Team, Betreuer, Teamleiter und Sportler, haben einen perfekten Job gemacht. Auch wenn es dieses Jahr keine Deutsche Meisterschaft gibt, so haben wir erneut eindrucksvoll bewiesen, dass wir gemeinsam meisterlich sind. Der große Aufwand den wir erneut betrieben haben, war notwendig, aber auch erfolgreich. Mein Dank geht an alle. Das war herausragend”, analysierte Jung, der in Saarbrücken am Vorabend des Rennens ankündigte, dass er letztmals die sportliche Verantwortung übernehmen würde.

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Auf der mitten im Stadtwald gelegenen Hermann-Neuberger-Sportschule, auf dessen Gelände auch der Triathlon-Bundesstützpunkt beheimatet ist, sowie dem Universitätscampus, ging das einzige 1. Bundesliga-Rennen der Saison mit drei Disziplinen über die Bühne. Dabei hatten die Organisatoren der Deutschen Triathlon Union (DTU), die Triathlon Bundesliga und das Hylo Team Saar, vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, ein neues Rennformat mit strengen Verhaltens- und Hygienevorschriften – Zuschauer waren nicht erlaubt – auf die Beine gestellt. Im Hallenbad wurden bei den Frauen vier Läufe à 15 Starterinnen, bei den Männern fünf Läufe à 16 Starter mit 650 Meter Schwimmen (13 50-Meter-Bahnen) absolviert. Es folgten 13,9 Kilometer Radfahren (sechs Runden) auf einem herausfordernden Terrain und abschließende 4,2 Kilometer Laufen (zwei Runden). Die Temperatur stieg im komplett sonnigen Tagesverlauf bis auf sommerliche 27 Grad Celsius an.

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Bereits um 9 Uhr sprang mit Lena Meißner die erste EJOT-Frau ins Becken, um 15 Uhr ertönte für Lasse Lührs als letztem EJOT Athleten der Startbefehl in der Albert-Wagner-Schwimmhalle.

Meißner kam vorne liegend aus dem Wasser und erreichte zusammen mit Anabel Knoll (SG Triathlon one Witten) und Selina Klamt (Triathlon Potsdam) die Wechselzone. Die Neubrandenburgerin nutzte die Probleme der beiden Konkurrentinnen in der Startphase des Radrennens aus und kämpfte allein an der Spitze gegen den Wind. Die giftigen Kurven des teils hügeligen Terrains erforderten von allen Fahrerinnen eine hohe Konzentration und technisches Können. Bei den Abfahrten zeigte der Tacho bis zu 60km/h an. In der zweiten Runde fuhr Knoll auf Meißner auf und versuchte ihr zu entkommen. Meißner ließ das aber nicht zu und das Duo kam eine Minute vor der Verfolgergruppe in die Wechselzone. Nach einem superschnellen Wechsel zog sie das Tempo an und konnte mit einem beruhigenden Vorsprung von etwa 150 Metern vor Knoll ins Ziel einlaufen. Meißner zeigte damit die stärksten Performance aller Athletinnen in 51:25 Minuten – insgesamt Bestzeit mit 26:32 Minuten beim Radfahren sowie 14:56 Minuten im Laufen.

Lina Völker lief nach dem Schwimmen gemeinsam mit drei Athletinnen in die Wechselzone. Auf dem Rad fuhr sie sehr aggressiv die erste Rampe hoch, erarbeitete sich die gute Radfahrerin in der zweiten Disziplin des Triathlons einen beachtlichen Vorsprung von 49 Sekunden. Nach dem Laufen liegt sie im Ziel als Erste mit 54:14 Minuten 31 Sekunden vor der Zweitplatzierten Marit van den Berg (SG Triathlon one Witten).

Lucy Hall erzielte im Feld der 52 Finisherinnen mit 8:22 Minuten die beste Schwimmzeit. Die Britin verbrauchte bei ihrer Alleinfahrt auf dem Rad viele Körner. Eine Radgruppe mit sechs bis sieben Athletinnen arbeitete kräftesparend im Verfolgerpulk. Mit einem Vorsprung von 20 Sekunden ging Hall auf die Laufstrecke, wo sie in der zweiten Runde noch von Katharina Möller (Mey Post-SV Tübingen) überholt wurde und sich mit Platz zwei in 52:57 Minuten zufriedengeben musste.

Neuzugang Nora Gmür feierte eine optimale Premiere im roten EJOT-Dress. Mit den jeweils zweitbesten Zeiten in ihrem Lauf beim Schwimmen, Radfahren und Laufen, langten der Teenagerin lediglich zwei Sekunden Vorsprung zum Tagessieg. Die Blondine wechselte sich zuvor auf dem Rad mit Felipa Herrmann (Pro Athletes KTT 01) und Laura Jansen (Team Bad Orb) in der Führungsarbeit ab. In der zweiten Laufrunde, als es bergab geht, legte die Eidgenossin 60-70 Meter zwischen sich und Hermann und triumphierte in 53:28 Minuten.

„Alles ist recht gut gelaufen. Auf der zweiten Laufrunde habe ich Gas gegeben. Das Rennen war schon sehr speziell. Es war cool, mal wieder ein Rennen zu machen. Der Team-Spirit im EJOT Team hat mich begeistert. Die Bundesliga-Rennen gefallen mir sehr“ Gmür nach dem Rennen.

Somit war im Teamwettbewerb der Frau mit Platzziffer drei das überhaupt beste Resultat erreicht und der souveräne Tagessieg vor der SG Triathlon one Witten (9) und Triathlon Potsdam (11) eingetütet.

Bei den Herren machte Justus Nieschlag den Anfang. Als Elfter nach Schwimmen gewertet, wechselte er sich beim Radfahren – insgesamt beste Zeit mit 23:10 Minuten – an der Spitze liegend, mit Tim Hellwig (Hylo Team Saar) ab, der den verletzungsgehandicapten Nieschlag beim Laufen deutlich abhängt und mit 45:28 Minuten den Laufsieg und auch den Tagessieg aller 73 Finisher feiert, 20 Sekunden vor dem EJOT-Akteur.

Johannes Vogel kam mit zehn Athleten in die Wechselzone. Acht davon bildeten eine Radgruppe, bei der er sich der Neuzugang immer im vorderen Feld aufhielt, um besonders bei den Kurven und engen Streckenpassagen nicht einen Sturz verwickelt zu werden. Nach dem Radsplit ging er als Dritter auf die Laufstrecke. Es kommt zu einer Laufentscheidung bei der Mika Noodt (Triathlon Team DSW Darmstadt) den insgeamt dritttschnellsten Läufer Vogel 13:17 Minuten) auf der zweiten Runde ziehen lassen musste.

Im letzten Rennen seiner Bundesliga-Karriere kletterte Jonathan „Johnny” Zipf als Fünfter aus dem Wasser und arbeitet mit einer Fünfer-Gruppe auf dem Rad gut zusammen. Dann setzten sich zwei Fahrer ab und der Oldie hatte 22 Sekunden Rückstand in der Wechselzone. In der zweiten Laufrunde drückte Zipf aufs Gaspedal und verwies mit 47:00 Minuten David Breinlinger (Team Nikar Heidelberg, 47:15 Minuten) auf den zweiten Rang. „Das Auge läuft mit beim alten Mann”. lobte Triathlon-Experte und Weltmeister von 2007, Daniel Unger im Livestream den tollen Laufstil von Zipf, dem somit ein exzellenter Abschluss in seiner alten Heimat glückte.

Zipf: „Es war ganz hart heute. Die anderen Athleten haben mich sehr gefordert, aber es hat gepasst. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Sieg für das EJOT Team holen konnte. Ich habe zuletzt konstant gut trainiert, es hat Spaß gemacht”. Zipf, der den Triathlon ohne Zuschauer „schon etwas seltsam” fand, sich „relativ zufrieden mit dem Schwimmen” zeigte und am Rad gut den Anschluss hielt, gab zu, dass er am Schluss des Laufs nicht mehr 100 Prozent geben musste, um den Sieg einzufahren. „Es war im Vorfeld des Rennens schon sehr emotional. Künftig werde ich als Trainer in Nürnberg arbeiten.” Am 20. September will der 34-Jährige seinen letzten Triathlon als Profi beim Stadtwerke Triathlon in Ratingen meistern.
Jung: „Es kommt immer Wehmut auf, wenn ein Sportler seine aktive Karriere beendet. Besonders natürlich bei Johnny. Er war mehr als zehn Jahre im Team und hat zehn deutsche Meisterschaften mit uns geholt. Johnny war die Zuverlässigkeit in Person. Es hat mich sehr gefreut, dass er seinen Lauf gewinnen konnte und damit maßgeblich erneut zum Sieg seines Teams beitragen konnte. Wir haben ihn bereits am Freitagabend im Rahmen der Teamsitzung mit einer Präsentation und einem Präsent verabschiedet. Aktuell besprechen wir mit ihm, dass er auch zukünftig dem Team erhalten bleibt. Seine Persönlichkeit, seine Erfahrung, aber auch sein Wissen möchten wir gerne in leitender Funktion einsetzen“.

Maximilian Sperl siegte mit der besten Rad- und Laufzeit in seinem Lauf. Am Ende hatte er in 47:10 Minuten 47 Sekunden Vorsprung vor Marc Trautmann (Hylo Team Saar). Als Fünfter nach dem Schwimmen fuhr er mit Magnus Männer (WMF BKK-Team AST Süßen) und Arne Leiss (hep Team NSU) und Trautmann den anderen anderthalb Minuten davon. Durch einen perfekten Wechsel lief er als Erster aus der Wechselzone und ließ Trautmann beim ersten Anstieg nur das Nachsehen. „Wir haben beim Radfahren gut harmoniert und beim Laufen habe ich voll durchgezogen”, so Sperl.

In klasse Form präsentierte sich ebenfalls Lasse Lührs, der laut Unger „ein Rennen außerhalb der Konkurrenz” ablieferte. „Er ist der perfekte Athlet, beherrscht alle drei Disziplinen.” Beim Laufen zog Lührs allen davon und rannte nur noch gegen die Uhr, die schließlich bei 46:22 Minuten stoppte, was Platz drei in der Gesamt-Einzelwertung des Tages bedeutete.

„Wir waren seit Jahren nochmals bei den Männern mit einer rein deutschen Mannschaft, darunter auch einige junge Triathleten, am Start. Die Männer haben es herausragend gemacht. Platzziffer vier bedeutet ein optimales Ergebnis. Zudem standen in der Einzelwertung mit Justus Nieschlag und Lasse Lührs zwei EJOT-Männer auf dem Treppchen und Johnny Zipf konnte in seinem letzten Bundesliga-Rennen seinen Lauf gewinnen. Das war dann das Sahnehäubchen bei den Männern. Dem wollten die Damen natürlich nicht nachstehen. Platzziffer drei lautet auch hier das optimale Team-Ergebnis. Dazu kam Platz eins von Lena Meißner in der Einzelwertung. Sportlich und im Auftreten des Teams war das eine meisterliche Darbietung”, bilanzierte Jung.

„Es war absolut richtig, das Rennen so auszurichten. Aufgrund der aktuellen Pandemie und den damit einhergehenden Vorschriften gab es auch keine andere Möglichkeit. Die lange Dauer des Wettkampfes gilt es dann in Kauf zu nehmen. Dem Bundesliga Team um Harald Vogler, dem DTU-Team um Rüdiger Sauer, dem Wettkampfrichter-Team um Sören Jarling und auch dem Ausrichter aus dem Saarland ist ein großes Kompliment zu machen. Und Danke zu sagen. Sie haben große Anstrengungen auf sich genommen und sind dafür belohnt worden”, sagte Jung. „Hervorragend war auch die mediale Präsenz, z.B. der Live-Stream mit über sieben Stunden Triathlon, was natürlich für unser Team und besonders unsere Partner und Sponsoren super war. Durch die starken sportlichen Leistungen waren wir sehr oft im Bild zu sehen.”

Bereits vor der Siegerehrung war Bundesaußenminister Heiko Maas auf dem Gelände der Sportschule angekommen. Maas, der selbst schon Triathlons absolviert hat, lobte das vorbildliche Engagement der Organisatoren und beglückwünschte die Tagessieger ebenso wie der saarländische Innenminister Klaus Bouillon und DTU-Präsident Martin Engelhardt.

Der Vorsitzende des TV Germania Buschhütten, Olaf Kohn, der als Betreuer mit ins Saarland gereist war, lobte die sehr gute Kommunikation innerhalb des Support-Teams an der Strecke auf dem recht weitläufigen Gelände. Obwohl der Medienbeauftragte des Teams, Thorsten Wroben, in der Nacht vor der Abreise durch einen Wasserschaden im Hotel aus dem Schlaf gerissen wurde und daraufhin das Zimmer wechseln musste, trat der EJOT-Tross gut gelaunt die über dreistündige Rückreise an.

Ergebnisse:

Teamwertung Frauen:

  1. EJOT Team TV Buschhütten mit Nora Gmür (SUI), Lena Meißner, Lina Völker (beide GER) und Lucy Hall (GBR) Platzziffer 3
  2. SG Triathlon one Witten Platzziffer 9
  3. Triathlon Potsdam Platzziffer 11

Einzelwertung Frauen:

  1. Lena Meißner (EJOT TV Buschhütten) 51:25 Minuten
  2. Anabel Knoll (SG Triathlon one Witten) 51:44 Minuten
  3. Katharina Möller (Mey Post-SV Tübingen) 52:45 Minuten
  4. Lucy Hall (EJOT Team TV Buschhütten) 52:57 Minuten
  5. Nora Gmür (EJOT Team TV Buschhütten) 53:28 Minuten
  6. Lina Völker (EJOT Team TV Buschhütten) 54:14 Minuten

Teamwertung Männer:

  1. EJOT Team TV Buschhütten mit Justus Nieschlag, Johannes Vogel, Jonathan Zipf, Maximilian Sperl und Lasse Lührs (alle Deutschland) Platzziffer 4
  2. Hylo Team Saar Platzziffer 12
  3. hep Team NSU Platzziffer 14

Einzelwertung Männer:

  1. Tim Hellwig (Hylo Team Saar) 45:28 Minuten
  2. Justus Nieschlag (EJOT Team TV Buschhütten) 45:48 Minuten
  3. Lasse Lührs (EJOT Team TV Buschhütten) 46:22 Minuten
  4. Johannes Vogel (EJOT Team TV Buschhütten) 46:52 Minuten
  5. Jonathan Zipf (EJOT Team TV Buschhütten) 47:00 Minuten
  6. Maximilian Sperl (EJOT Team TV Buschhütten) 47:10 Minuten

 

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