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Früherkennung kann Leben retten

Unterwegs mit Herz: das Auto der Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland. Foto: Diakonie

15 Jahre Mammographie-Screening-Programm – Siegener planen Aktionen im Brustkrebsmonat Oktober

Siegen/Olpe. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 70 000 Frauen neu an Brustkrebs. Er ist damit die häufigste Krebsart bei Frauen. Im Kampf gegen die Krankheit ist die Früherkennung die mächtigste Waffe. Seinen 15. Geburtstag feiert nun das nordrhein-westfälische Mammographie-Screening-Programm. Im Oktober, der seit 1985 als internationaler Brustkrebs-Monat gilt, sind auch in Siegen Aktionen rund um das Thema geplant.

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Das Mammographie-Screening-Programm ist das erste seiner Art nach einheitlich-europäischem Qualitätsstandart. Es wird von Ärzten sowie radiologischen Fachkräften in insgesamt 95 Screening-Einheiten in Deutschland umgesetzt. Die Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland ist eine davon. Hier wird die hochwertige und streng qualitätskontrollierte Brustkrebsfrüherkennung angeboten. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung in einen der Standorte, die sich in Siegen (MVZ Diakonie Klinikum Jung-Stilling), Arnsberg (am Karolinen-Hospital), Olpe und Bad Berleburg befinden. Zudem ist auch eine „mobile Früherkennung“ unterwegs –  das „Mammobil“, ein Röntgengerät auf Rädern. Programmverantwortliche Ärzte sind Dr. Volker Brandenbusch und Dr. Michael Blazek. Hinzu kommen aktuell acht so genannte Befunder (langjährige Fachärzte für Radiologie), die die Aufnahmen des Screenings auswerten. Dabei kommt das „Doppelblindverfahren“ zu Einsatz. Das bedeutet, dass jeweils zwei Mediziner die Aufnahmen einer Teilnehmerin auswerten (befunden). Zudem sind 37 nichtärztliche Angestellte beschäftigt, die die Daten der Teilnehmerinnen erfassen und die Röntgenaufnahmen anfertigen. Hintergrundinfo: Im Jahr 2019 wurden in der Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland rund 30000 Frauen untersucht.

15 Jahre Mammographie-Screening-Programm in Nordrhein-Westfalen: Das ist ein Anlass, den es zu würdigen gilt. Um auf die Bedeutung der Früherkennung aufmerksam zu machen, nutzt die Siegener Einheit im Oktober den „Dicken Turm“ am Oberen Schloss. Die vier Fahnenmasten werden mit dem Mammographie-Logo bestückt, sowie der „Pink Ribbon“, der pinken Schleife, die als internationales Symbol im Kampf gegen den Brustkrebs gilt. Zudem steht eine Modernisierung der Screening-Einheit Siegen an. Zwei neue, hochmoderne Mammographie-Geräte gehen Ende des Jahres in den Dienst. Und dann plant die Einheit, die sich derzeit unterhalb des Diakonie Klinikums Jung-Stilling befindet, auch noch ihren Umzug. Moderne Praxisräume werden Ende 2020/Anfang 2021 bezogen – im ehemaligen Verwaltungsgebäude, nur wenige Meter entfernt vom jetzigen Standort.

Corona hat auch die Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland nicht verschont. „Wir bemerken, dass einige Frauen durch die Pandemie verunsichert sind und eventuell in diesem Jahre ihre Untersuchungen nicht wahrnehmen wollen“, informiert Dr. Blazek. Er und sein Kollege appellieren daher eindringlich: „Nutzen Sie ihre Chance. Statistische gesehen erkrankt jede achte Frau an Brustkrebs. Je früher wir den Krebs erkennen, desto besser stehen die Prognosen.“

Dr. Brandenbusch und Dr. Blazek räumen auch mit einigen „Ammenmärchen“ auf, die rund um die Mammographie im Umlauf sind. Immer wieder Thema in den obligatorischen Vorgesprächen sei, dass die Untersuchung aufgrund der Strahlenbelastung gefährlich sei. Dr. Brandenbusch beruhigt: „Die Dosis der Röntgenstrahlung, die benötigt wird, ist bei unseren modernen Geräten streng überwacht und sehr gering. Bei einem Flug nach Mallorca etwa sind höhere Belastungen durch die Höhenstrahlung zu erwarten. Nach den aktuellen Empfehlungen sind die Dosen, die eine Mammographie erzeugt, so gering, dass die hieraus zusätzliche Belastung als absolut vertretbar eingestuft wird.“ Die Mediziner machen auch deutlich, dass eine gesunde Lebensweise allein nicht vor Brustkrebs schützt: „Die Krankheit tritt weiterhin spontan und ohne erkennbaren Grund auf. Leider ist derzeit keine Vorbeugung in Bezug auf die Ernährung bekannt. Lediglich sehr große Mengen von Soja könnten eventuell einen Effekt haben. Davon müssten allerdings täglich mehr als drei Kilo gegessen werden. Das schafft keiner.“

Unisono erklären die beiden Experten: „Technisches Know-how, Fachkompetenz und Hinwendung zum Menschen – die Teilnehmerinnen sind bei uns einfach gut aufgehoben.“

Weitere Informationen gibt es im MVZ Jung-Stilling an der Siegener Wichernstraße 40, Telefon 0271/333 4680, am Karolinen Hospital in Arnsberg, Telefon 02932/952 244 862 oder  im Internet unter www.mein-mammo-screening.de. Termine können bei der Zentralen Stelle in Münster unter Telefon 0251/9295000 oder per Email an zentrale-stelle@mswl.de vereinbart werden.

Pünktlich zum 15. Geburtstag des Screening-Programms ist von nun an auch das frisch beklebte Auto der Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland unterwegs. Der weiß-pinke Pkw, erkennbar am herzförmigen Slogan „Gib acht auf dich“, ist für Kurierfahrten zwischen den Einheiten im Einsatz.

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