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„Villa Ruhfus“ in Siegen ist Denkmal des Monats Oktober

Die Villa Ruhfus in der Oranienstraße in Siegen ist Denkmal des Monats im Oktober. Die Feierstunde zur Würdigung des Objekts entfällt in diesem Jahr. Foto: Stadt Siegen

Die dreigeschossige „Villa Ruhfus“ in der Oranienstraße 9 in Siegen ist „Denkmal des Monats“ im Oktober. Der eindrucksvolle Massivbau im Stil der Neorenaissance erinnert an italienische Landhäuser. Aufgrund der Corona-Pandemie wird – anders als in den Vorjahren – die kleine Feierstunde zur Würdigung des Objekts in diesem Jahr jedoch ausfallen.

Die „Denkmäler des Monats“ werden jedes Jahr von den neun Mitgliedsstädten der Regionalgruppe „Südliches Westfalen“ sowie drei Städten der Regionalgruppe „Münsterland“ der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne ausgewählt. Für das Siegener „Denkmal des Monats“ 2020 hat eine Auswahlkommission der Stadtverwaltung unter Leitung von Stadtbaurat Henrik Schumann das Objekt „Villa Ruhfus“ gewählt.

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Die Villa trägt den Familiennamen eines damaligen Hüttendirektors, als dessen Wohnhaus sie ab 1902 errichtet wurde. Architekt war Carl Wilhelm Schleicher, der sich 1886 als Privatarchitekt in Düsseldorf niederließ, Vertreter des architektonischen Historismus war und vorwiegend Villen und Landhäuser für den Industrie-Adel baute. Das Gebäude ist deshalb so bedeutend für die Stadt Siegen, weil es in seinem hervorragend erhaltenen, bzw. restaurierten Zustand Zeugnis ablegt vom Leben wohlhabender Bürger der Stadt und Region.

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Das Gebäude staffelt sich in der Höhe von der Straßenseite von einem halbrunden eingeschossigen Erker zu einem zweigeschossigen Vorbau mit Terrasse hin zum dreigeschossigen Hauptbaukörper. Vor- und Rücksprünge gliedern die Villa sehr abwechslungsreich. Der halbrunde Vorbau zur Straße ist durch ein aufwändigeres Gesimsband mit stuckierten Blättern verziert. Im Inneren gruppieren sich die Räume um ein zentrales Vestibül mit bemerkenswerten Fournier- und Dekorationsmalerei an einer Balkendecke im Erdgeschoss. Es handelt sich um gemalte Holzintarsien mit ornamentalen Details. Die weitgehend erhaltene Malerei ist durch einige Sichtfenster erkennbar geblieben. Die Treppe wurde während einer durchgreifenden, denkmalgerechten Renovierung und Restaurierung 1993 von einer Zwischenwand befreit und im Antritt zum Vestibül orientiert.

Im Obergeschoss ist im Kinderzimmer ein außergewöhnlicher Fries nach Art Kate-Greenaway gemalt. Kate Greenaway (1846 – 1901) war eine sehr beachtete englische Aquarellmalerin und Illustratorin von Kinderbüchern, deren typisches Design häufig für die Herstellung von Porzellan, Fliesen, Tapeten und anderen Gebrauchsgegenständen kopiert wurde, was sich aber selten erhalten hat.

Mehrfach wechselte das Gebäude den Besitzer, bis 1977 die Stadt Siegen das Gebäude erwarb und von 1993 bis 2012 als Ausstellungsforum des Siegerlandmuseums nutzte. Seit 2016 befindet sich die Villa Ruhfus im Besitz der Stiftung Zukunft der Sparkasse Siegen. Zuvor wurde das Gebäude umfangreich und denkmalgerecht saniert.

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