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Restaurierung von Familiengruften hat begonnen

Projektleiter Nando Rujanski (r.) von der Grünflächenabteilung übergab zum Start der Gruften-Sanierung die Schlüssel zum Friedhofs-Zufahrtstor an Alban Huschenbeth, Geschäftsführer der Denkmalpflege Mühlhausen, und Andrea Markert, Projektleiterin des beteiligten Instituts für Baustoffuntersuchung und Sanierungsplanung (IBS). Foto: Stadt Siegen

Die für die Siegener Stadtgeschichte bedeutsamen Familiengruften auf dem Lindenbergfriedhof sollen vor dem Verfall gerettet werden. Im Auftrag der städtischen Grünflächenabteilung haben heute (Montag, 23. November) die Vorarbeiten zur Sanierung und Restaurierung der regionalgeschichtlich einmaligen Grabstätten begonnen, in denen im Kaiserreich führende Familien der Stadt ihre letzte Ruhestätte fanden.

Am Ende des Gruftenwegs werden zunächst die Grabstätten Nr. 1 bis 3 (Gruften Meinhardt/Knebel 1903, Kreutz 1895, Dünninghaus) saniert. Der Bereich ist deshalb für Friedhofsbesucherinnen und -besucher voraussichtlich bis Donnerstag, 26. November, gesperrt. Nach Angaben der Friedhofsverwaltung können die gegenüberliegenden Gräber aber aufgesucht werden. Ziel ist, den historischen Bestand der Anlage im Rahmen der mehrere Monate dauernden Restaurierung langfristig zu sichern.

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Ausführende Fachfirma ist das Unternehmen Denkmalpflege Mühlhausen Huschenbeth aus Thüringen. Deren Mitarbeiter haben heute mit dem Rückbau der Grabstätten zur weiteren Instandsetzung und Restaurierung begonnen. So hat beispielsweise Efeu die Natursteine der Grabdenkmäler geschädigt, Bauteile sind umgestürzt, hochwertige Architekturdetails, metallene Zierelemente und Inschriftentafeln stark beschädigt. „Das Erscheinungsbild dieser überregional bedeutenden Begräbnisstätten soll erhalten bleiben, ebenso wie möglichst viele originale Bauteile“, sagt Stadtbaurat Henrik Schumann. Die gesamte Anlage wurde 1999 als Baudenkmal eingetragen. Schumann: „Nach den Sanierungsarbeiten soll sie den Besucherinnen und Besuchern langfristig als Beispiel für eine seltene Form der Bestattungskultur in Westfalen zugänglich gemacht werden.“

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In den einzelnen Gruften haben sich führende Familien der Stadt nebeneinander in aufwändigen Familiengrabstätten beisetzen lassen. Bis heute zeugen die Grabstätten von Siegens Wohlstand im Industriezeitalter und dokumentieren den Repräsentationsanspruch des damaligen Großbürgertums. Die Grabstätten des Gruftenwegs befinden sich teilweise in einem desolaten baulichen Zustand. Ein Gutachten zur Sanierung der Stein- und Metallelemente hatte 2017 aufgezeigt, dass besonders die Gruften eins bis sieben sowie die Gruft 28 stark sanierungsbedürftig sind.

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